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Schleswiger Nachrichten

23. August 2017 | 14:33 Uhr

Schnelles Internet für Tolk und Twedt

vom

Tolk/Twedt | Mit einem neuen Konzept wollen die Nachbargemeinden Tolk und Twedt eine flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet erreichen - ohne staatliche Zuschüsse und in eigener Regie. In einem ersten Ausbauschritt werden alle Häuser beider Orte, die einen Internetanschluss wünschen, über eine Sichtfunkverbindung im Milliwattbereich mit schnellem Internet versorgt. Diese Möglichkeit soll bereits Ende September realisiert sein. Dabei soll es keine Ausnahmen geben - höchstens Zeitverzögerungen, weil nicht alle Interessenten gleichzeitig angeschlossen werden können.

"Ich glaube, dass die das hinkriegen", sagte Tolks Bürgermeister Andreas Thiessen über die ausführende Firma Snellstar. Auch hätten Nachfragen bei anderen Projekten ergeben, dass dieses Verfahren wettersicher sei und auch bei Schnee und Eis funktioniere, so Thiessen. Doch diese Versorgung, die immerhin 20 Megabit pro Sekunde Übertragungsgeschwindigkeit hat, ist nicht das Ende der Fahnenstange. Von den monatlichen Nutzungsgebühren wird ein gewisser Anteil in einem Fonds gesammelt, mit dem dann später Glasfaserkabel in jedes Haus gelegt werden sollen. Für diese Realisierung existiert aber noch kein Zeitplan.

"Dieses Konzept ist eine einmalige Chance für beide Gemeinden", erklärte Twedts Bürgermeister Alexander Schmidt. Es sei ein flächendeckender Plan, der auch die Außenbereiche berücksichtige - gegenüber der Lösung der Telekom, die nur die Kerngebiete versorgen wolle.

Für die Gemeinden gibt es noch einen weiteren Grund zur Freude. Denn das gesamte Projekt kostet sie keinen Cent. Finanziert wird es ohne öffentliche Mittel durch eine Bürgergesellschaft. "Die Bürger halten die Mehrheit an der Gesellschaft und können somit deren Geschicke mitbestimmen", erklärt Björn Schwarze, Geschäftsführer der Bürgergesellschaft. Das erforderliche Geld sei bereits eingesammelt. Das Konzept habe sofort Erträge und Kundenbeziehungen. Das senke die Zinsen, so Schwarze weiter. Außerdem werde gezielt dort ausgebaut, wo auch wirklich Bedarf vorhanden sei.

"Wir bekommen mehr für weniger Geld", kommentierte Thiessen abschließend. Denn die Gemeinde Tolk hatte sich gedanklich bereits mit einem fünfstelligen Betrag als Wirtschaftlichkeits-Zuschuss an die Telekom abgefunden (wir berichteten). Erst im Verlauf des Ausschreibungsverfahrens war man mit der Firma Snellstar und deren Konzept in Berührung gekommen.

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erstellt am 17.Aug.2013 | 07:26 Uhr

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