Marinemusikkorps im Dom : Schmetternd und besinnlich

 Das Marinemusikkorps wurde zwischendurch auch von Andreas Siry geleitet.
Das Marinemusikkorps wurde zwischendurch auch von Andreas Siry geleitet.

Beim Rotary-Adventskonzert mit dem Marinemusikkorps im Schleswiger Dom durfte das Publikum mitsingen.

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06. Dezember 2017, 07:57 Uhr

Alle Jahre wieder kommt das Marinemusikkorps. Auch in diesem Jahr lud der Rotary-Club Schleswig im sehr gut besuchten Dom zu einem besinnlichen Wohltätigkeitskonzert ein, dessen Erlös dieses Mal der Kinder- und Jugendarbeit der Kirchengemeinde zugute kommen wird.

Fregattenkapitän Friedrich Szepansky hatte für Montagabend einige mit festlichen Klängen verschönerte Musikstücke ausgesucht, die zudem zahlreiche Bezüge zu Martin Luther und zur Reformation hatten. Und so begann das Konzert mit dem berühmten Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“ mit hellem Trompeten- und Posaunenschall von der Empore. Es folgte in kleiner Besetzung die Sinfonia der dreiteiligen Bach-Kantate „Kommet, eilet“. Hier hatte insbesondere die Solo-Oboe einen großen spielerischen Anteil. Philip Sparkes Bläser-Bearbeitung des traditionellen Quempas-Singens untermauerte die adventliche Stimmung des Abends. Die Harfenistin Jasmin-Isabel Kühne entlockte ihrem Instrument perlende Zaubertöne, als sie den virtuosen dritten Satz des Konzerts für Harfe und Orchester von Reinhold Glière spielte. Doch bevor der adventliche Teil begann, spielte das voll besetzte Orchester den Finalsatz aus der „Reformationssinfonie“, der Sinfonie e-Moll op. 107 von Felix Mendelssohn Bartholdy. Nach dem ruhigen „Ein feste Burg“-Bläserchoral stürmte das Orchester wie bei einem Walkürenritt wild voran.

Aber auch die Zuhörer waren als singende Gemeinde gefragt. Nach Luther sollte der Glaube, so Szepansky in seiner Moderation, nicht passiv, sondern aktiv ausgeübt werden. So durfte das Publikum zwei Strophen von „Ein feste Burg“ mitsingen, nach der Pause noch das „Gelobest seist du, Jesu Christ“ und zum Ende hin ein volltönendes „Vom Himmel hoch“, dem Thema des zweiten Teils. Hier hatte Friedrich Szepansky seinem Stellvertreter Andreas Siry zwischendurch den Taktstock überlassen, der ebenso ausdrucksstark dirigierte.

Außer adventlicher Musik erklang im besinnlichen Teil überdies das eigens für Bläser komponierte „Divertimento C-Dur KV 188“ von Wolfgang Amadeus Mozart sowie eine zweisätzige „Gospel-Hall-Suite“ mit starker und sahniger Blech-Besetzung. Mit einem Guten-Abend-Lied wurden die zufriedenen Hörer nach Hause geschickt.

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