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FReiwillige Feuerwehr Schleswig : Schloßmacher gewinnt auch zweite Kampfabstimmung

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Sönke Schloßmacher bleibt Schleswigs Wehrführer. Bei der Wahl im Rathaus gewann er mit 61:50 Stimmen gegen Michael Ramm. Die Abstimmung musste wegen Unregelmäßigkeiten beim ersten Versuch wiederholt werden.

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erstellt am 19.Mai.2014 | 07:45 Uhr

Die Fronten waren klar: Im Ständesaal des Rathauses hatten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr sich aufgeteilt, als wären sie Fraktionen in einem Parlament. Auf der Regierungsbank am Kopfende hatte Wehrführer Sönke Schloßmacher mit seiner Vorstandsmannschaft Platz genommen. Auf der linken Seite blickte er auf seine eigene Fraktion, den Löschzug Friedrichsberg. Auf der rechten Seite saß die Opposition, der Löschzug Altstadt. Allerdings hielten sich nicht alle exakt an diese Dramaturgie. Statt von ganz vorne wie im Bundestag verfolgte Oppositionsführer Michael Ramm die Mitgliederversammlung rechts außen aus der vorletzten Reihe.

Die Spannung im Saal war mindestens so groß wie Ende Februar, als die Feuerwehr schon einmal versucht hatte, einen neuen Chef zu bestimmen. Damals hatte sich Schloßmacher (44), Wehrführer seit sechs Jahren, mit 43:42 Stimmen gegen Ramm (54) durchgesetzt. Hinterher hatte sich herausgestellt, dass vier Anwärter von der Wahl ausgeschlossen wurden, obwohl sie gemäß Landesfeuerwehrgesetz wahlberechtigt gewesen wären.

In der geheimen Wahl setzte sich Schloßmacher diesmal mit 61:50 Stimmen deutlicher durch als im Februar. Doch darüber, wie dieses Ergebnis zustande kam, gibt es unterschiedliche Auffassungen. Ramm brachte in seiner Vorstellungsrede eine süffisante Bemerkung unter: „Es ist bemerkenswert, dass es kurz vor der Wahl gelungen ist, 14 neue Wähler, äh, Einsatzkräfte aufzunehmen. Ich hoffe, dass diese nach der Wahl dabei bleiben. Gebrauchen können wir sie.“

Die Nachricht vom Zuwachs für die Wehr, die zuletzt jahrelang über Mitgliederschwund geklagt hatte, löste einige Unruhe aus. Die vier Anwärter, die im Februar nicht hatten mitwählen dürfen, wurden gemeinhin dem Ramm-Lager zugerechnet. Wegen der veränderten Regeln durften die 14 neuen Neuzugänge nun sofort mit zur Wahlurne schreiten. Schloßmacher freilich hatte eine andere Erklärung für den Zuwachs: Die öffentliche Berichterstattung in den vergangenen Wochen – auch über die gescheiterte Wahl – habe dazu geführt, dass sich mehr Bürger für die Feuerwehr interessierten und sich engagieren wollten.

Die Kritik an seiner Amtsführung konterte der Wehrführer mit Selbstkritik: „Ich habe erkannt, dass die Mitglieder den Anspruch haben, in Entscheidungen eingebunden zu werden.“ Außerdem betonte er, „keine persönlichen institutionellen Abhängigkeiten gegenüber Dritten“ zu haben – ein klarer Seitenhieb auf Ramm, der SSW-Ortsvorsitzender und Mitglied der Ratsversammlung ist.

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