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Zum Welt-Diabetes-Tag : Schloss Gottorf ganz in Blau

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Welt-Diabetes-Tag in Schleswig: Die zuckerkranke Patientin Anne Löpthien (10) hofft auf weitere medizinische Fortschritte.

Mit der Illumination von Schloss Gottorf in UN-blauem Licht endete am Sonnabend der Welt-Diabetes-Tag von Schleswig-Holstein. Gemeinsam mit den beiden an Diabetes erkrankten Kindern Elisabeth Will (8) und Rashid Habash (12) drückte Ministerpräsident Torsten Albig auf den Buzzer, der die Lampen einschaltete

Albig erklärte, man müsse miteinander lernen, die Diabetes-Krankheit zu erkennen und damit umzugehen. Acht Millionen Menschen seien in Deutschland an Diabetes erkrankt. Doch es gebe eine Dunkelziffer von zwei Millionen, die diese Stoffwechselanomalie unentdeckt in sich trügen. „Die Prävention mit gesunder Ernährung und Sport muss in den Mittelpunkt der Politik geraten – aber auch in das tägliche Tun jedes Einzelnen“, rief er seinen Zuhörern zu. Hausherr Professor Claus von Carnap-Bornheim begrüßte zum Abschluss der Veranstaltung die Gäste auf Schloss Gottorf. Bürgermeister Arthur Christiansen freue sich, wie er sagte, dass der Diabetestag in diesem Jahr in Schleswig ausgetragen werde. „Es ist uns eine Ehre, hier ein Zeichen für Vernunft, Diabetes und Frieden zu setzen“, erklärte er.

Landrat Wolfgang Buschmann sagte in der Eröffnungsansprache im Kreishaus: „Die Gesundheit des Menschen ist ein höchst privates, aber auch öffentliches Gut.“ Die Frage sei nur, wie sichergestellt werden könne, dass alle Menschen Zugang zu gesunder Ernährung erhalten und welche gesunden Nahrungsmittel geeignet seien, alle Formen von Diabetes effektiv zu managen.

Antworten darauf gab der von Diabetes-Experte Dr. Carsten Petersen zusammengestellte „Markt der Möglichkeiten“. Hier waren die neuesten Informationen zum Thema Vorbeugung, Früherkennung und Verhinderung von Folgeerkrankungen zu erhalten. Besonderer Interessensschwerpunkt waren Kinder. Für sie wurden unter anderem „Ernährungskonzepte mit Wohlfühlcharakter“ in der Kinderküche aufgestellt.

Anne Löpthien (10) warb dabei für die Gruppe „Diabetes Helden“, die Aufklärung und Schulung für Kindergärten, Schulen, Vereine und sozial Schwache anbietet.

Anne ist seit neun Jahren zuckerkrank und trägt ständig eine Insulinpumpe, die über einen Katheter mit ihrem Körper verbunden ist. „Es gibt nichts, was für mich verboten ist“, meint sie. Sie müsse sich nur jeden Tag pieksen und den Blutzucker messen. Sie fährt viel Inliner, hat Ballett gemacht und wartet jetzt auf den Beginn ihres Hip-Hop-Kurses. „Ich darf aber nicht essen, solange mein Blutzucker zu hoch ist“, verrät sie. Aber ihre Freundinnen wüssten darüber Bescheid und würden warten, bis der Wert wieder in Ordnung sei. Auch müsste sie sich nach dem Essen entsprechend der aufgenommenen Kohlehydrate spritzen. „Es wäre schön, wenn eines Tages die Pumpe durch ein Insulinpflaster ersetzt werden könnte“, lautet einer ihrer sehnlichsten Wünsche.

Im weiteren Fokus im Kreishaus standen Tiere – und das in zweifacher Hinsicht. Einmal stand ihre Behandlung als Diabetes-Patienten auf der Vortragsliste. Zum anderen wurden sie als Assistenzhunde vorgestellt, die Menschen auf Stoffwechselanomalien aufmerksam machen.

Den Übergang zur Illumination am frühen Abend auf Schloss Gottorf bildete ein gemeinsamer Spaziergang mit leuchtenden blauen Luftballons.

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