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Theater-Entscheidung : Schleswigs Rat sagt Nein zum Theater auf dem Hesterberg

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Abstimmung nach vier Stunden Debatte endet 13:13. Bürgermeister Christiansen spricht nun vom „Ende des Landestheaters“.

von
erstellt am 27.Feb.2014 | 20:23 Uhr

Verhaltener Jubel auf der einen Seite, Schockstarre auf der anderen. Die Entscheidung zum Theater-Neubau ist gefallen – und sie war so knapp wie von allen erwartet. Um 21.25 Uhr war alles vorbei. CDU, Grüne, FDP und beide Wählergemeinschaften stimmten geschlossen gegen das Vorhaben. Auch Heinrich Bömer, der CDU-Ratsherr, der sich noch am Montag im Kulturausschuss der Stimme enthalten hatte.

Vorher hatte die Ratsversammlung vier Stunden lang debattiert, und wie erwartet, schlugen die Emotionen hoch. Dutzende Mitarbeiter des Landestheaters, Schauspieler und Musiker sangen vor Beginn der Beratungen „Freude, schöner Götterfunken“. In der Einwohnerfragestunde flehte Erika Krüger, die Betriebsratsvorsitzende des Theaters, die Ratsmitglieder an: „Es geht auch um unsere Arbeitsplätze.“ Nur eine Entscheidung für den Hesterberg sichere die Zukunft des Theaters. Vertreter der Wirtschafts-Initiative „Pro Lollfuß“ meldeten sich ebenfalls zu Wort und sahen das völlig anders.

In der anschließenden Debatte zeigten sich erneut die vielen verschiedenen Ebenen des Streites ums Theater. CDU-Fraktionschef Holger Ley brauchte fast eine Stunde, um seine Ansichten darzustellen. Seine Fraktion sei nicht bereit, ein großes finanzielles Risiko einzugehen: „Ich sage lieber Nein, auch auf die Gefahr hin, dass wir dann kein Theater mehr haben.“ Aus seiner Sicht ist die Grenze von fünf Millionen Euro städtischer Anteil für die Baukosten klar überschritten. Zu Leys Aussagen zu den Kosten – unter anderem rechnete er vor, die jährliche Grundstückspacht von 25000 Euro würde sich mit Zins und Zinseszins in 80 Jahren auf 85 Millionen Euro summieren – sagte SSW-Fraktionschef Otmar Petersen, es seien „Unwahrheiten, Halbwahrheiten und dummerhafte Bemerkungen“.

Bürgermeister Arthur Christiansen appellierte eindringlich, dem Neubau zuzustimmen und warnte von den Folgen eines Nein. „Es ist nicht die optimale Entscheidung, der Lollfuß wäre besser. Aber es gibt keine Alternative.“ Bei einem Nein würden sofort die Planungen für ein Landestheater ohne Schleswig beginnen. Möglicherweise würde das Landestheater ganz aufgelöst.

Der zugesagte Zuschuss der Gemeinschaft aller Kreise, Städte und Gemeinden im Land über 6,3 Millionen Euro wäre hinfällig. In letzter Minute versuchte der Bürgermeister es mit einem Kompromiss-Vorschlag: Die Zustimmung zum Hesterberg würde ausgesetzt, falls sich bis zum 11. März herausstellen sollte, dass der Bau-Ingenieur Günther Harenberg mit seiner These Recht hat, dass das alte Stadttheater im Lollfuß mit sehr wenig Aufwand wieder bespielbar gemacht werden kann.

 

 

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