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Marode Holzstege : Schleswigs neues Kapitel im Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Bund der Steuerzahler kritisiert Verschwendung öffentlicher Gelder auf den Königswiesen und dem Fliegerhorst in Jagel.

Äußerst ärgerlich sei es in jedem Fall, „wenn man in diesem Ding erwähnt wird“, sagt Schleswigs Bürgermeister Arthur Christiansen mit Blick auf das aktuelle Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes. Das wurde gestern veröffentlicht – und erneut hat die Stadt dafür eines der herausragenden Beispiele geliefert, die aufzeigen, wie Steuergelder auf besonders unsinnige Art und Weise verpulvert werden kann (siehe auch Seite 5).

Konkret geht es dabei um die drei Steganlagen auf den Königswiesen. Erst zur Landesgartenschau 2008 für stolze 535 000 Euro errichtet, sind die bis zu 50 Meter langen Konstruktionen schon marode. Das unbehandelte Eichenholz hat Wetter und Wasser nicht standgehalten. Rund 65 000 Euro, so rechnet der Steuerzahlerbund vor, kostet die Sanierung. Eine Zahl, von der die Stadt im vergangenen Jahr ausgegangen war – allerdings inklusive der Reparaturkosten für die ebenfalls marode Anlegebrücke der „Wappen von Schleswig“. Inzwischen wurde neu gerechnet. Rund 30 000 Euro, so hieß es im Frühsommer aus dem Rathaus, würden die Reparaturen der Königswiesen-Stege kosten. Dabei soll dann neues, widerstandsfähigeres Material verbaut werden.

Bereits in der Vergangenheit waren die Königswiesen in den Fokus des Steuerzahlerbundes geraten. 2010 wurden im Schwarzbuch die hohen Kosten für die Skateranlage angekreidet. Ebenso wurden damals die Pläne für eine Therme auf der Freiheit scharf kritisiert. „Ich befürchte, dass auch in Zukunft noch die ein oder andere Altlast hochkommen wird“, meint Christiansen mit einem Seitenblick auf seinen Vorgänger Thorsten Dahl. Man werde aber im Rathaus alles dafür tun, künftig jegliche Schwarzbucheinträge zu verhindern.

Während es im Schleswiger Fall allerdings um einen relativ kleinen Euro-Betrag handelt, wird des Bundeswehr auf dem Luftwaffen-Stützpunkt Schleswig-Jagel gleich eine Steuergeldverschwendung von satten 32,5 Millionen Euro angekreidet. Diese Summe sei in den vergangenen Jahren in die Infrastruktur des Fliegerhorstes investiert worden, um dort künftig den unbemannten Aufklärungsflieger Euro-Hawk zu stationieren. Dessen Anschaffung wurde bekanntlich im Mai 2013 vom Ministerium gestoppt, weil das Flugzeug keine Zulassung für den europäischen Luftraum bekam.

Im Gegensatz zum Bund der Steuerzahler sieht der Kommodore des in Jagel stationierten Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 „Immelmann“, Oberst Michael Krah, in den getätigten Baumaßnahmen keinesfalls ein sinnloses Verschleudern von Geldern. Im Gegenteil: „Das wäre viel zu kurz gedacht. Es sind und bleiben Investitionen in die Zukunft des Standortes. In Jagel wird auch unabhängig vom Euro-Hawk auf kurz oder lang ein unbemanntes Aufklärungssystem stationiert. Deswegen sind wir froh, dass wir die nötige Infrastruktur dafür schon hier haben“, sagt Krah.

Dass in Zukunft tatsächlich unbemannte Flugzeuge in Jagel beheimatet sein werden, schließt auch der Steuerzahlerbund nicht aus. Dort merkt man aber im Schwarzbuch kritisch an: Dann müssten die teuer errichteten Einrichtungen sicherlich an ein neues System angepasst und teuer umgebaut werden.

 

 

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erstellt am 08.Okt.2014 | 07:31 Uhr

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