Einweihung : Schleswigs neue Schatzkammer

Sind zufrieden mit dem Ergebnis: Guntram Turkowski (l.) und Guido Wendt.
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Sind zufrieden mit dem Ergebnis: Guntram Turkowski (l.) und Guido Wendt.

Zentralmagazin der Landesmuseen auf dem Hesterberg wird morgen feierlich eröffnet

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04. September 2018, 16:17 Uhr

Viereinhalb Jahre ist es inzwischen her, dass im Volkskundemuseum auf dem Hesterberg die Lichter ausgingen. Die Landesmuseen hatten sich dazu entschlossen, das Haus zu schließen –  und arbeiten seitdem an den Plänen  für einen Neubau in Molfsee bei Kiel. Nur wenige Wochen vorher hatte sich die Schleswiger Ratsversammlung nach langer Diskussion dagegen ausgesprochen, auf dem Gelände an der Suadicanistraße das neue Stadttheater  zu errichten. Seitdem ist es, zumindest was die öffentliche Wahrnehmung betrifft, ruhig geworden um den Hesterberg. Hinter den Mauern allerdings wurde  kräftig gearbeitet. Morgen nun wird dort das neue Zentralmagazin der Landesmuseen von Kulturministerin Karin Prien feierlich eröffnet.

„Das ist ein Meilenstein für uns. Denn mit diesem Depot kommen wir bei der Modernisierung von Molfsee und Schloss Gottorf einen entscheidenden Schritt weiter“, sagt Guido Wendt, Kaufmännischer Geschäftsführer der Landesmuseen. Viel mehr noch: Das Zentralmagazin sei die Voraussetzung dafür. Denn dort stehen künftig auf einer Grundfläche von 8100 Quadratmetern Lagerkapazitäten zur Verfügung.     Deutlich erhöht wird diese durch die unzähligen Regale, die in den verschiedenen Gebäuden aufgestellt wurden.

Im Mittelpunkt steht dabei ein moderner Neubau, dessen Errichtung allein  rund 3,5 Millionen Euro gekostet hat.  Große Türen, hohe Decken und eine ausgeklügelte   Klimatechnik schaffen die Voraussetzungen dafür, dass  die  Schätze des kulturellen Erbes  von Schleswig-Holstein dort künftig  bestens ausgehoben sind. „Wir haben in diesem Haus verschiedene Klimazonen. Die Luftfeuchtigkeit im Erdgeschoss beträgt etwa 30 bis 40 Prozent. Dort können wir insbesondere Metallgegenstände aus der ehemaligen Volkskunde lagern“, sagt Depot-Leiter Guntram Turkowski. Zudem hat die Kieler Kunsthalle dort eine Fläche gemietet, um Gemälde sicher aufzubewahren. Das obere Stockwerk hingegen wird freigehalten. Dort sollen Teile der Ausstellung aus Schloss Gottorf gelagert werden, wenn diese im Zuge des sogenannten Masterplans in den kommenden Jahren komplett überarbeitet wird. 

Parallel zum Bau des neuen   Hauses wurden die Bestandsgebäude auf dem Gelände für weitere 2,4 Millionen Euro aufwendig renoviert, damit auch sie den Anforderungen an ein modernes Museumsmagazin genügen. Fußböden wurden verstärkt, Aufzüge und computergesteuerte Klimasysteme  eingebaut. Zudem gibt es eine Wärmekammer, in der historische Möbel und auch ganze Kutschen von Holzwürmern und Co. befreit werden können. „Wir sind im Vorfeld durch ganz Deutschland und auch Österreich gereist und haben uns Museumsmagazine angesehen. Zudem haben wir uns Tipps von Logistikexperten geben lassen. Jetzt sind wir in diesem Bereich im Vergleich zu anderen Einrichtungen sehr gut aufgestellt“, sagt Guido Wendt. Und zwar so gut, dass inzwischen  Vertreter anderer Museen nach Schleswig kommen, um sich hier über Lagerungstechniken oder auch das neue digitale Erfassungssystem schlau zu machen.

5,9 Millionen Euro kostet das Projekt insgesamt (damit ist man sogar leicht unter den zunächst  kalkulierten sechs Millionen geblieben). 500000 Euro kommen von der Hermann-Reemtsma-Stiftung, 1,1 Millionen   aus Eigenmitteln der Landesmuseen. Etwa 4,3 Millionen Euro hat das Land Schleswig-Holstein beigetragen.

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