Tag der offenen Tür : Schleswiger Werkstätten brachten Gäste zum Staunen

An einem der 30 Verkaufsstände wurden bunte Taschen aus Segeltuch verkauft.
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An einem der 30 Verkaufsstände wurden bunte Taschen aus Segeltuch verkauft.

Am Tag der offenen Tür präsentierten Arbeitsgruppen der insgesamt 700 Beschäftigten ihre Handwerkskunst

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25. November 2013, 00:33 Uhr

Der traditionelle Tag der offenen Tür von den Schleswiger Werkstätten ermöglichte den Besuchern am Sonnabend ganz besondere Eindrücke. Während in den vergangenen Jahrzehnten nur die große Bandbreite an Erzeugnissen bestaunt und auch erstanden werden konnte, erhielt man diesmal einen kleinen Einblick in den Arbeitsalltag der 700 Beschäftigten. Denn anders als in den Vorjahren standen die modernen Maschinen in den Werkstätten nicht still, sondern waren wie etwa in der Schlosserei fleißig am Arbeiten. „Hier werden normalerweise zertifizierte Getriebe für die Industrie hergestellt“, erklärte Hauptstellenleiter Wolfgang Albrecht den modernen Fertigungsprozess.

Da die Nachfrage nach Getrieben unter den vielen Besuchern eher gering war, wurden ihnen stattdessen metallene Blumenständer oder dekorative Schalen angeboten. Robert Kunz, der ebenfalls in der Schlosserei arbeitet, präsentierte mit Kettenhemden und einer blechernen Plattenrüstung dagegen sein arbeitsintensives Hobby. „Ein Kettenhemd besteht aus 25 000 handgefertigten Ringen. Daran arbeite ich ein Jahr lang jede freie Minute“, meinte er. Er verwende historische Techniken, aber das Design sei seine Eigenkreation.

An 29 weiteren Ständen bot der weihnachtliche Basar von Malereien über Adventsgestecke zu individuellen Magnetpins eine kreative Auswahl an Handwerkskunst. „Das Angebot ändert sich jedes Jahr, und wir haben eine gewisse Fluktuation unter den Ausstellern“, erklärte Albrecht. Die Vielfalt bleibe dabei erhalten, dafür sorgen allein die unterschiedlichen Arbeitsgruppen der Schleswiger Werkstätten. „Von Kiel bis Sylt haben wir 50 Gruppen, die in mehr als 20 Gewerken beschäftigt sind“, sagte Albrecht, „und wir wachsen stetig weiter“. Neben der Metall-Schlosserei seien der Bio-Bauernhof, eine Fahrradwerkstatt, die Hauswirtschaft und auch der Bootsbau weitere Beispiele.

Dass sich die Beschäftigten nicht nur mit dem Bootsbau auskennen, sondern auch aus Segeln einzigartige Dinge herstellen können, wurde in der Medienwerkstatt gezeigt. In der Näherei wird das widerstandsfähige und pflegeleichte Material zu Taschen in allen Formen und Farben verarbeitet. Eine weitere Gruppe war extra von Sylt angereist, um ihre zu Wichteln und Cup Cakes geformten Kerzen zu verkaufen.

„Die Verkaufserlöse kommen den Beschäftigten zugute, so dass wir Freizeiten anbieten können. Für einige ist das der einzige Urlaub, den sie machen können“, erläuterte Hauptstellenleiter Wolfgang Albrecht. Und so freute er sich am Ende eines „tollen Tages“ voller Kerzenduft, Lagerfeuer und Tannengrün über die „vielen Besucher, die sich an allen Ständen rundum wohl gefühlt haben“. Dabei habe er immer wieder festgestellt, „wie erstaunt und begeistert sie über unser Angebot sind“.

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