Vater angeklagt : Schleswiger vor Gericht: Baby zu Tode geschüttelt?

Ein 30-jähriger Schleswiger ist wegen Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt. Er soll vor zwei Jahren seinen zwei Monate alten Sohn zu Tode geschüttelt haben.

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06. Juni 2014, 07:09 Uhr

Schleswig/Flensburg | Der Fall liegt schon zwei Jahre zurück, war aber bisher öffentlich nicht bekannt: Im Februar 2012 soll ein Vater aus Schleswig sein Baby so stark geschüttelt haben, dass es wenig später an den Folgen gestorben ist. In der kommenden Woche muss sich der 30-Jährige nun vor dem Flensburger Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat ihn wegen Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt.

Offenbar habe der zwei Monate alte Junge in der Nacht sehr stark geschrien und den Eltern sei es nicht gelungen, ihn zu beruhigen, sagte Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt gestern gegenüber dem sh:z. Das Baby starb im Krankenhaus an seinen Verletzungen, unter anderem an einer Hirnblutung. Wie kräftig der junge Vater sein Kind schüttelte, muss nun die Beweiserhebung vor Gericht ergeben. Die Verhandlung beginnt am kommenden Donnerstag, 12. Juni, um 9.15 Uhr vor der Ersten Großen Strafkammer. Das Urteil wird noch für denselben Tag erwartet.

Experten schätzen, dass jährlich zwischen 100 und 200 Babys in Deutschland ein Schütteltrauma erleiden. Jedes Fünfte von ihnen stirbt an den Folgen. Andere überleben nur mit schweren Langzeitschäden. Säuglinge sind besonders im Alter zwischen zwei und vier Monaten gefährdet. Die ersten Symptome können sehr unterschiedlich sein – von extremer Unruhe bis hin zu Schläfrigkeit.

Gerichtsurteile gegen Eltern, die ihr Baby zu Tode geschüttelt haben, sind in der Vergangenheit – je nach Begleitumständen – sehr unterschiedlich ausgefallen. So wurde vor zwei Jahren in Osnabrück ein 35-Jähriger wegen Todschlags zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Andere Angeklagte haben lediglich Bewährungsstrafen bekommen.

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