Kaputtes Dach : Schleswiger Tierheim hofft auf 25000 Euro vom Land

Kaum hat das Umweltministerium neue Förderrichtlinien für Tierheime erlassen, da kommt aus Schleswig schon ein fertiger Antrag.

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12. Juli 2018, 07:36 Uhr

Nicole Schmonsees ließ sich nicht zweimal bitten. Nur einen Tag, nachdem das zuständige Umweltministerium eine neue Förderrichtlinie für Tierheime erlassen hatte (wir berichteten), schickte die Kassenwartin des hiesigen Tierschutzvereins gestern einen entsprechenden Antrag Richtung Kiel auf die Reise. Denn im Schleswiger Tierheim steht mal wieder eine dringende Sanierung an. „Das Dach ist völlig marode“, sagt Schmonsees. Damit es nicht länger reinregnet, habe der Hausmeister es bereits notdürftig abgedichtet. Nicht viel besser sehe es beim Flachdach des Hundehauses aus. Beide Gebäude stammen aus dem Jahr 1972.

Die komplette Sanierung wird netto 62 000 Euro kosten, rechnet die Schatzmeisterin vor. 25 000 Euro – laut Förderrichtlinie die maximale Summe – soll möglichst das Land beisteuern. Weitere 25 000 Euro habe sie beim Beihilfefonds des Deutschen Tierschutzbundes beantragt, erklärt Schmonsees. Die restlichen 10 000 Euro erhofft sie sich aus der Projektförderung der Umweltlotterie „Bingo“. „Ich hoffe, dass wir das Dach im Herbst sanieren können.“

In den vergangenen sieben Jahren sind viele Investitionen im Schleswiger Tierheim getätigt worden. „Dabei lag die Priorität darin, das Tierwohl zu verbessern“, sagt Schmonsees. Nun aber sei das Dach dran. Die kaputte Dachrinne habe man bereits selber auf Vordermann gebracht.

Nicole Schmonsees mit Beagle „Nele“ vor dem sanierungsbedürftigen Tierheimgebäude am Ratsteich.
Foto: ac
Nicole Schmonsees mit Beagle „Nele“ vor dem sanierungsbedürftigen Tierheimgebäude am Ratsteich.
 

Geld ist ein ständiges Thema bei den Tierschützern. Vor allem die laufenden Kosten für Personal und Tierarzt schlagen kräftig zu Buche. Aktuell sind im Schleswiger Tierheim drei hauptamtliche Tierpfleger und ein Hausmeister beschäftigt. Am 1. August fangen zudem drei neue Auszubildende an, hinzu kommen am 1. September zwei „Bufdis“.

Rund 30 Hunde – darunter allein zwölf aus einer Beschlagnahmung – sowie 65 Katzen sind aktuell in der Einrichtung am Ratsteich untergebracht. „Immer mehr Tiere kommen von Menschen, die verstorben sind, oder die ihre Vierbeiner einfach nicht mehr versorgen können“, sagt Schmonsees. Dass Halter ihre Tiere in der Sommerzeit einfach aussetzen, um ungestört verreisen zu können, das sei zum Glück heute nicht mehr so. Den meisten Menschen sei inzwischen bewusst, dass das strafbar ist.

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