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Markteinführung nach steinigem Weg : Schleswiger Technologie auf der Cebit

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Firma Office Key präsentiert seit gestern in Hannover ihr System zur Datenverschlüsselung.

von
erstellt am 15.Mär.2016 | 07:38 Uhr

Sven Hering ist zufrieden. Schon am ersten Tag der diesjährigen Computermesse Cebit haben sich gestern zahlreiche Vertreter unterschiedlichster Branchen aus aller Welt über sein E-Mail-Verschlüsselungssystem „Office Key“ informiert. „Die Leute interessieren sich vor allem für die extrem einfache Handhabung“, berichtet der 43 Jahre alte IT-Unternehmer aus Schleswig, der in Hannover am Stand der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH) für sein Produkt wirbt. Zeitgleich mit der Cebit ist der „Office Key“ nach mehrjähriger Entwicklungszeit in den Markt eingeführt worden.

Das System, das eine portable Verschlüsselungssoftware beinhaltet und mit einem USB- sowie einem Micro-USB-Anschluss ausgestattet ist, soll einen sicheren Verkehr sensibler Daten auch über mobile Kommunikationsgeräte gewährleisten. Und so funktioniert’s: Der Absender verschlüsselt seine Mail mittels Stick und dazugehörigem Pin-Code. Der Empfänger wiederum benötigt ebenfalls Stick und Pin-Code, um die elektronische Post entschlüsseln und lesen zu können. Als Netzwerkkomponente bietet die Office Key GmbH & Co. KG die „Cypro Box“ an, die es den Anwendern ermöglicht, sowohl intern als auch extern mit Partnern oder Kunden verschlüsselt zu kommunizieren.

Der Weg zur Marktreife war für Hering und seine Mitarbeiter lang und steinig – trotz der 167  000 Euro Fördergelder, die vom Land flossen. Denn als der Office-Key-Geschäftsführer im Sommer 2014 versuchte, für sein Projekt über die US-Internetseite „Kickstarter“ mittels „Crowdfunding“ Geld einzusammeln, grätschten ihm die Amerikaner dazwischen. Auf Nutzeranfragen konnte das Schleswiger Unternehmen schon wenige Tage nach dem Start der mit Facebook verknüpften Kampagne nicht mehr reagieren, weil ihm sein Zugang vom US-Internetriesen ohne Begründung gesperrt worden war. „In Amerika gilt Verschlüsselungstechnologie als Waffe“, sagt Hering. Tatsächlich haben die USA nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 alles dafür getan, dass Behörden und Geheimdienste ihre Bürger möglichst komplett elektronisch überwachen können.

Zwar habe die „Crowdfunding“-Kampagne kein Geld eingebracht, sie sei für ihn aber dennoch erfolgreich gewesen, erklärt Hering. Man habe die Marktakzeptanz für das Produkt getestet und gleichzeitig die Amerikaner aus der Reserve gelockt. „Die hätten nicht so reagiert, wenn unser System nichts taugen würde.“ Auch seien hiesige Investoren auf den „Office Key“ aufmerksam geworden. So ist in der Zwischenzeit ein finanzstarker Flensburger Unternehmer in die am Stadtfeld ansässige Gesellschaft eingestiegen.

Zu Herings ersten Kunden für den „Office Key“ zählen ein Steuerberater und ein Notar aus Schleswig – beide haben in ihrem beruflichen Alltag viel mit sensiblen Daten zu tun. „Das Feld der personenbezogenen Daten ist gigantisch. Entsprechend groß ist der Markt“, sagt der IT-Unternehmer. Konzentrieren wolle man sich zunächst auf den deutschsprachigen Raum. Bis zum Ende der Cebit am kommenden Freitag wird Hering dem Publikum in Hannover sein Verschlüsselungssytem anpreisen.

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