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Amtsgericht : Schleswiger missbraucht 12-Jährige

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Ein 61-jähriger Schleswiger ist zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden, weil er der Enkelin seiner Lebensgefährtin in den Schritt fasste. Die 12-Jährige und ihre Familie erhoben jedoch weitere Vorwürfe.

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erstellt am 14.Feb.2014 | 17:00 Uhr

Weil er die Enkelin seiner Lebensgefährtin sexuell missbraucht hatte, ist ein 61-jähriger Schleswiger gestern vom Amtsgericht zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Zuvor hatte der Angeklagte in der Verhandlung zugegeben, die Zwölfjährige im Genitalbereich berührt zu haben. Den genauen Zeitpunkt für den Missbrauch konnte das Gericht aufgrund unterschiedlicher Aussagen nicht bestimmen. Zusätzlich wurde er neben der Freiheitsstrafe zu einer Geldbuße von 500 Euro an den Kinderschutzbund verurteilt.

Die Eltern des Mädchens werfen dem Angeklagten vor, dass er im Beisein des Mädchens einen Porno angeschaut und es anschließend anzüglich zwischen den Beinen berührt habe. Dies geschah während eines Besuches bei der Großmutter. Bei einem weiteren Besuch in deren Wohnung hatte der Angeklagte, laut der Staatsanwaltschaft, der Zwölfjährigen ihre Unterhose ausgezogen und sich nackt vor sie gestellt. Erregt sei er bei allen Aktionen aber nicht gewesen, da er schon „seit ein paar Jahren impotent“ sei, behauotete der Angeklagte.

„Sie ging bei uns ein und aus“, berichtete der Mann weiter. Sie habe ihm bei Besuchen auch immer einen Begrüßungskuss gegeben – „kurz auf den Mund“. Auch Urlaube habe sie zum Teil mit dem älteren Paar verbracht. Nach den Vorfällen habe es eine Aussprache zwischen der Familie und ihm gegeben, erzählte der Angeklagte. Daraufhin sei alles in Ordnung gewesen – auch für die Zwölfährige, beteuerte der Angeklagte vor Gericht.

Richterin Gudrun Mucke berief die Zwölfjährige nicht in den Zeugenstand, obwohl es noch weitere Unstimmigkeiten zwischen ihrer und der Aussage des Angeklagten gab. „Es geht ihr seit den Vorfällen sehr schlecht. Wie werden jetzt psychologische Hilfe in Anspruch nehmen“, berichtete ihr Vater auf Anfrage der Richterin. Um das Mädchen nicht noch weiter zu belasten, entschied das Gericht im Einklang mit der Staatsanwaltschaft und den beiden Verteidigern, auf eine Anhörung zu verzichten. Somit wurde letztlich nur über den ersten Vorfall geurteilt.

Der 61-Jährige zeigte sich während der gesamten Verhandlung geständig. „Es ist wohl einfach über mich gekommen“, räumte der Angeklagte ein, der bei der Tat nach eigenen Angaben eine Flasche Schnaps intus hatte. Dennoch warf ihm die Staatsanwältin „schwammige Aussagen“ vor. Auch der Verteidiger der Familie sagte zum Schluss der Verhandlung, dass der Angeklagte sein Verhalten verharmlose. Er müsse sich stattdessen bewusst machen, dass er mit seinen Taten eine Familie zerstört habe.

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