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Schleswiger Nachrichten

17. Dezember 2017 | 09:42 Uhr

Neue Zahlen : Schleswig wächst wieder

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Nach Jahren des Bevölkerungsrückgangs steuert die Stadt wieder auf die Marke von 25 000 Einwohnern zu. Besonders die Neubaugebiete locken Auswärtige an.

von
erstellt am 17.Feb.2015 | 07:35 Uhr

„Wir haben die Kehrtwende definitiv vollzogen.“ So lautet das kurze und knappe Urteil von Arthur Christiansen zur neuen Einwohnerzahl-Statistik der Stadt Schleswig, die ihm jetzt das Ordnungsamt vorgelegt hat. Dort steht unter dem Strich eine Zahl, die dem Bürgermeister besonders viel Freude bereitet: 24  771. So viele Einwohner hatte Schleswig im Dezember 2014 – und damit 330 mehr als im Jahr zuvor. Auch wenn das am Ende lediglich einen Bevölkerungszuwachs von 1,5 Prozent bedeutet, spricht Christiansen „im Vergleich mit anderen Kreisstädten im Land“ von einem „sehr guten Ergebnis“. Denn diese würden, ähnlich wie Schleswig in den vergangenen Jahrzehnten, über einen Rückgang der Einwohnerzahlen klagen.

Sieht man genau hin, ist der leicht positive Trend für Schleswig zwar erst einmal nur als ein zartes Pflänzchen zu betrachten. Denn noch immer sterben deutlich mehr Schleswiger (2014 waren es 270), als dass welche geboren werden (163). Zudem fließen in die Statistik auch die gemeldeten Zweitwohnsitze ein. Aktuell sind bei der Stadt 329 Nebenwohnungen registriert (72 mehr als im Vorjahr). Trotzdem: Die aktuelle Entwicklung kann durchaus als positives Zeichen gewertet werden. Denn letztmals im Jahr 2000 lag die Bevölkerungszahl bei knapp über 25  000. Zwischenzeitlich war sie sogar auf unter 24  000 gesunken. Der Abzug der Bundeswehr und der Verlust großer Arbeitgeber waren die Hauptgründe für diesen Rückgang. Dass es nun wieder aufwärts geht, dafür sind in erster Linie die Entwicklungen in den Neubaugebieten am Berender Redder und auf der Freiheit verantwortlich, betont Christiansen. So haben im vergangenen Jahr allein auf der Freiheit 44 Menschen ein neues Zuhause gefunden, die zuvor außerhalb Schleswigs gewohnt haben. Das bedeutet bei insgesamt 60 Zuzügen eine Quote von etwa zwei Dritteln. Im Neubaugebiet am Berender Redder kamen von den 76 registrierten Anmeldungen 27 von Neuschleswigern. „Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Zudem belegen unsere Zahlen, dass wir uns nicht zu einer Seniorenstadt entwickeln, sondern gerade im Bereich der Erwerbstätigen den deutlichsten Zuwachs haben“, betont Christiansen. Demnach seien von den 60 Neubürgern auf der Freiheit nur 13 im Alter von 60 Jahren oder älter. Am Berender Redder waren es sogar nur neun Über-60-Jährige. Umso wichtiger sei es deshalb, sagt Christiansen, dass die Stadt auch künftig in Kitaplätze, Schulsozialarbeit oder Freizeitangebote investiert. „Denn die jungen Menschen suchen danach.“

Gerade am Berender Redder, so hofft man im Rathaus, sollen auch künftig verstärkt junge Familien eine neue Heimat finden. Nachdem der erste Bauabschnitt bis auf drei Grundstücke inzwischen komplett belegt ist (145 Plätze), registriert die Stadt längst auch auch für den zweiten Abschnitt großes Interesse bei potenziellen Bauherren. Aktuell liegen für die dort geplanten 123 Bauplätze bereits 57 Reservierungen vor – und das, obwohl die Erschließungsarbeiten noch gar nicht abgeschlossen sind. „Wir sind da aber auf einem sehr guten Weg. Ich gehe davon aus, dass es im April mit dem Bau der ersten Häuser losgehen kann“, sagt Torsten Eickstädt vom städtischen Liegenschaftsamt. Er rechnet damit, dass im zweiten Bauabschnitt noch mehr Menschen von außerhalb Schleswigs sesshaft werden als im ersten. Schon jetzt würden etwa 50 Prozent der Reservierungen auf diesen Trend hinweisen. Insgesamt sei er vom großen Interesse am Berender Redder „positiv überrascht“. So liege die Zugriffsrate auf die eigens dafür eingerichtete Homepage www.schleswig-bplan75.de jeden Monat bei über 2000. „Als wir die Seite im Juli 2014 freigeschaltet haben, hatten wir sogar über 8700 Klicks“, sagt Eickstädt, der als großen Vorteil für den zweiten Bauabschnitt den unmittelbar daneben liegenden – und fast fertigen – ersten sieht. „Er dient als perfektes Anschauungsobjekt. Offenbar gefällt es den Leuten.“

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