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Ehemaliges Offizierskasino : Schleswig: Freiheit bekommt wieder ein Restaurant

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Unternehmerin Susanne Schöning kauft das ehemalige Offizierskasino. Team Vivendi will bald auch einen Investor für Gelände des „Alten Fabrikhofes“ verkünden.

Wohl niemand sonst hat so viel Herzblut in das Konversionsprojekt auf der Freiheit gesteckt wie Susanne Schöning. Jetzt hat die Investorin auch noch eine der interessantesten Immobilien auf dem ehemaligen Kasernengelände gekauft – das frühere Offizierskasino. „Sie will dort die ursprüngliche Idee umsetzen: ein Restaurant im Erdgeschoss und im ersten Stock Hotelzimmer“, erklärte Michael Radtke, Sprecher der Entwicklungsgesellschaft Team Vivendi, auf SN-Nachfrage. Schöning selbst war gestern nicht zu erreichen. Sie weilt im Urlaub.

Bereits im Jahr 2012 diente das Kasino eine Zeit lang als Restaurant. Der bekannte Musiker Kai Wingenfelder („Fury in the Slaughterhouse“) und seine Frau Claude beendeten ihr Projekt jedoch bereits nach wenigen Monaten wieder. Dann schien das baufällige Gebäude in einen Dornröschenschlaf zu verfallen.

Bis schließlich Ende vergangenen Jahres der Busdorfer Matthias Johannssen zugriff. Weil er das Kasino jedoch nicht so wie gewollt nutzen durfte, trat er vom Kaufvertrag wieder zurück. Der Tiefbauunternehmer hatte es für Wohnzwecke vorgesehen. Die Stadt aber besteht darauf, dass in das Kasino wieder ein Gastronomiebetrieb einzieht und verweigerte die sanierungsrechtliche Genehmigung. Diese ist erforderlich, weil sich das Haus in einem Sanierungsgebiet befindet.

Auch verweist Johannssen auf die kostspielige energetische Sanierung, die erforderlich ist: „Es ist die Frage, ob es nicht günstiger wäre, das Haus abzureißen und neu zu bauen. Ich jedenfalls habe das Projekt aus kaufmännischer Sicht als nicht mehr sinnvoll erachtet.“

Auch Susanne Schöning hat die sanierungsrechtliche Genehmigung noch nicht in der Tasche. Die Unternehmerin („Zwergenwiese“) scheint die notwendigen Mühen und Kosten indes nicht zu scheuen. „Es ist ihr ein Anliegen, dieses Gebäude zu erhalten und wieder schön zu gestalten“, sagte Michael Radtke. Ins Detail gehen konnte zwar der Vivendi-Sprecher nicht, verriet aber immerhin, dass die markante Rotunde zur Schleipromenade hin ausgebaut werden soll.

Unterdessen ist Team-Vivendi-Geschäftsführer Volker Schlüschen zuversichtlich, bereits in Kürze einen Investor für das Gelände des „Alten Fabrikhofes“ präsentieren zu können. Er bestätigte zugleich, dass das Areal bereits veräußert war, der ursprüngliche Käufer zwischenzeitlich jedoch wieder abgesprungen ist. Das geplante Gebäudeensemble „Alter Fabrikhof“ gilt als ein zentraler Bestandteil des ersten Bauabschnitts auf der Freiheit.

Mehr Klarheit herrscht, was das derzeitige Verwaltungsgebäude von Team Vivendi an der Schleipromenade betrifft. Eigentümer ist seit gut einem Jahr der Schleswiger Steuerberater Christoph Weitkamp, der es wiederum noch bis Ende 2016 an Team Vivendi vermietet hat. Der 49-Jährige steht nach eigenen Angaben in Verhandlungen mit unterschiedlichen Projektentwicklern, die „das schönste Grundstück auf der Freiheit“ (Weitkamp) zu einem adäquaten Entree des Stadtteils gestalten sollen. „Ich selbst werde auch dort wohnen“, sagt er und freut sich auf den exklusiven Ausblick über die Schlei bis hin nach Weseby.

Was genau auf dem 3000 Quadratmeter großen Grundstück entstehen wird, kann Weitkamp noch nicht sagen. Er schätze das potenzielle Investitionsvolumen des Projekts aber auf sechs bis sieben Millionen Euro. Laut B-Plan handelt es sich um ein Mischgebiet, vorgeschrieben ist somit ein Mix aus Gewerbe und Wohnbebauung. Möglich sind bis zu vier Geschosse.

Doch fehlten bislang klare Vorgaben der Stadtverwaltung, bemängelt Weitkamp. Dies mache die Planungen schwierig und verursache somit unnötige Kosten. Weitkamp weiter: „Einer der Projektentwickler hat mir gesagt, dass er es zuvor noch nie so zäh und schwierig erlebt hat wie mit der Stadt Schleswig.“

Ebenfalls an den Mann gebracht wurde im Frühjahr der „Flieger“. Dort plant der Schleswiger Unternehmer Hanno Lüttmer ein Ärztehaus. Einen konkreten Zeitplan für die Realisierung gebe es aber noch nicht, sagte Lüttmer jetzt.

Während der vordere Abschnitt des einstigen Kasernengeländes somit seiner Vollendung entgegen blickt, liegt die Entwicklung des östlichen Teils weiter auf Eis. Einen B-Plan für den geplanten Bau eines Pflegeheims und eines Binnenhafens fehlt nach wie vor – auch weil die benachbarte A.P.-Møller-Schule Einwände dagegen vorgebracht hat.

Für Außenstehende undurchsichtig bleibt das Firmengeflecht, das Volker Schlüschen rund um die Freiheit gesponnen hat. Die Bauträgergesellschaft „Auf der Freiheit GmbH & Co. KG“ etwa wurde inzwischen umfirmiert in „Viking Immobilien GmbH & Co. KG“ mit Sitz im niedersächsischen Soltau und verkauft an den Hamburger Bauträger Dogan Akkaya. Die „Auf der Freiheit GmbH & Co. KG “ sei nach dem fertiggestellten Bau der sogenannten Strandhäuser abgewickelt worden. So werde nach dem Verkauf des Offizierskasinos irgendwann auch die „Altes Casino Immobilien GmbH“ verkauft werden, kündigte Schlüschen an. Wie lukrativ der Verkauf solcher ausgedienter Gesellschaften ist, dazu wollte er sich nicht äußern.

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erstellt am 24.Okt.2015 | 14:00 Uhr

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