Keine Vertragskündigung : Schleswig bleibt dem Landestheater treu

Das Slesvighus ist Spielstätte, seit das alte Stadttheater 2011 wegen Einsturzgefahr gesperrt werden musste.
Das Slesvighus ist Spielstätte, seit das alte Stadttheater 2011 wegen Einsturzgefahr gesperrt werden musste.

Hauptausschuss stimmt für Verbleib in der GmbH. Stadt sichert sich Slesvighus für zwölf Jahre als Spielstätte.

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23. Juni 2015, 10:07 Uhr

Die Entscheidung fiel gestern am späten Nachmittag bei nur einer Gegenstimme im nichtöffentlichen Teil der Hauptausschuss-Sitzung: Die Stadt Schleswig will als Gesellschafterin in der Landestheater GmbH bleiben. Bürgermeister Arthur Christiansen ist zuversichtlich, dass damit der Grundstein für den Erhalt des Landestheaters gelegt worden ist. „Es ist ein starkes Signal aus Schleswig. Vor diesem Hintergrund kann ich mir nicht vorstellen, dass auch nur irgendjemand der anderen Gesellschafter von seinem Kündigungsrecht Gebrauch machen wird. Denn mit der Entscheidung Schleswigs fehlt dafür letztlich der sachliche Grund“, betonte er im Anschluss an die Sitzung.

Nachdem die Landesregierung es abgelehnt hatte, Gelder für einen Theaterneubau an der   Schlei zur Verfügung zu stellen, hatten sowohl Christiansen selbst als auch die Politik ursprünglich eine Änderungskündigung oder gar einen Ausstieg aus dem Gesellschaftervertrag in Erwägung gezogen. Schleswig zahlt bislang einen Gesellschafteranteil von 500  000 Euro pro Jahr.

Doch zwischenzeitlich hat sich der dänische Kulturverein SSF bereit erklärt, die bisherige Übergangsspielstätte Slesvighus über das Jahr 2016 hinaus zur Verfügung zu stellen. Die Stadt will die Immobilie nunmehr für bis zu zwölf weitere Jahre mieten, wie der Hauptausschuss gestern ebenfalls beschloss. Die endgültige Zustimmung des SSF gilt als Formsache.

„Wir haben unter großen Mühen einen Weg gefunden, wie wir die jährlich 24  000 Theater-Besucher in Schleswig halten können“, freute sich Christiansen. Das Slesvighus habe sich als Spielstätte etabliert. „Es ist von den Schleswigern angenommen worden.“ Bislang zahlt die Stadt dem SSF 175  000 Euro Miete im Jahr. Trotz der jetzt gefundenen Lösung werde man aber weiter am Konzept für eine multifunktionale Spielstätte arbeiten, erklärte Christiansen. Dies könne jedoch nunmehr ohne Zeitdruck erfolgen. Man habe zudem die Option, das Slesvighus vorzeitig verlassen zu können.

Entsprechende Planungen für eine Stadthalle sollte man allerdings nicht auf die lange Bank schieben, mahnte SPD-Fraktionschef Stephan Dose an. Zugleich wertete auch er den gestrigen Beschluss als „starkes Signal“, auf das die anderen Gesellschafter des Landestheaters sehnlichst gewartet hätten. Die Gesellschafter kommen an diesem Freitag zusammen.

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