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Schleswiger Nachrichten

22. November 2017 | 14:12 Uhr

Steuerschulden : Schleswig 06 bleibt in der Krise

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Steuerschulden, Warten auf Vereinsheim-Sanierung und Ärger in der Judosparte – der Vorsitzende Uwe Holst hat gleich mehrere Baustellen.

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2017 | 14:56 Uhr

Bisweilen könnte sich Uwe Holst die Haare raufen. Denn seitdem er im vergangenen Jahr den Vorsitz von Schleswig 06 übernommen hat, haben sich die drängendsten Probleme des Vereins nicht lösen lassen. Vielmehr sind sie in ihrem Ausmaß nun erst deutlich geworden. Sie bestimmten die Jahresversammlung am vergangenen Freitag. An erster Stele stehen steuerliche Querelen. War schon 2016 aufgefallen, dass Belege für das Jahr 2012 abhanden gekommen waren, trat dann noch das Finanzamt auf den Plan und wollte genau diese Belege im Zuge einer Umsatzsteuerprüfung sehen. Holst, der dem Verein schon von 2007 bis 2013 vorstand, spricht von einem schweren Erbe, das er angetreten habe. Eine neue Software beim damaligen Steuerberater, ausrangierte Rechner sowie ein verlorener USB-Stick hätten zum Verschwinden der Belege geführt. Auf der Mitgliederversammlung berichtete ein Vertreter der beauftragten Steuerberaterfirma aus Kropp von einem Teilerfolg: Nach zähen Verhandlungen habe man sich auf eine Nachzahlung von 6200 Euro geeinigt. Anfangs standen 12  500 Euro im Raum.

Wenig Erfreuliches hatte Holst den 31 anwesenden Mitgliedern auch über ein weiteres Projekt des Vereins zu berichten: Der geplante Umbau des in die Jahre gekommenen Vereinsheims am Schützenredder hat noch nicht begonnen, und daran werde sich vor 2020 wohl auch nichts ändern. Nach wie vor seien von der Stadt 200 000 Euro für diesen Zweck zugesagt, aufgrund der finanziellen Schwierigkeiten der Stadt jedoch noch nicht im bewilligt.

In den Berichten verschiedener Sparten wird deutlich, dass es auch an einigen Nebenschauplätzen brodelt. Besonders heftig fällt die Kritik von Seiten der Judosparte aus. Dort habe die Stadt darauf bestanden, dass Bodenmatten aus der Halle entfernt werden, wodurch ein gezieltes Training mit Würfen und Techniken unmöglich geworden sei. Wörtlich heißt es, das Judotraining gleiche dank der städtischen Verfügungen einer „Krabbelgruppe“. Holst kommentiert diese Vorgänge frustriert. Auf Seiten der Stadt gebe es l„eider überhaupt keine Einsicht, die Lösung des Problems sei nicht in der Hand des Vereins“.

Positiver ist dagegen die Stimmung bei den Fußballern. Beide Herrenmannschaften stehen in der Verbandsliga und der Kreisklasse B2 auf vorderen Plätzen. Ähnlich erfolgreich schlagen sich die Herren der 1. Handballmannschaft, wo das klare Ziel der Aufstieg in die Kreisoberliga ist.

Holst, der selbst aktiver Handballer ist, hat sich für das kommende Jahr ambitionierte Ziele gesetzt. Gerne möchte er eine Kooperation mit den anderen Schleswiger Sportvereinen beginnen. Mit dem VfR und TSV habe es im November vergangenen Jahres schon ein erstes Gespräch gegeben. Da die Vereine ein unterschiedliches Angebot hätten, könnten sie sich gut ergänzen, familienfreundlicher werden und neue Mitglieder besser werben und halten, so seine Idee. Uwe Holst plant derzeit ein zweites Treffen mit den Vorständen von VfR und TSV, die er für seine Idee gewinnen möchte.

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