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Aufbruch nach Afrika : Schleifisch als Kraftfutter für Störche

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Vor wenigen Tagen haben sich die sieben Jungstörche aus Eggebek und Langstedt in den Süden aufgemacht. Paten halfen ihnen mit Fisch über Nahrungsengpässe im Sommer hinweg.

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erstellt am 11.Sep.2013 | 09:45 Uhr

Bei der Übergabe von Spendengeldern durch die Bürgermeister Willy Toft aus Eggebek und Jacob Bundtzen aus Langstedt zogen die Storchenpaten der Horste in Eggebek und Osterlangstedt, Horst Stelke und das Ehepaar Christel und Harald Hoeck, Bilanz über das Storchenjahr 2013. Während sich in Eggebek bereits Anfang Februar nach der Rückkehr aus dem Süden über die Westroute (Spanien) wieder das Storchenpaar aus dem Vorjahr einfand, hatte der Storch in Osterlangstedt eine neue Partnerin dabei, die ihrer Beringung zufolge 2010 in Ahrenviöl geschlüpft ist. Die beiden kamen erst im April über die Ostroute (Türkei) aus Afrika zurück und fingen bereits Anfang Mai an, ihre vier Eier zu bebrüten. Anfang Juni erblickten dann vier Jungstörche in dem Nest das Licht der Welt.

Fortan herrschte nicht nur auf dem Horst reger Betrieb, sondern auch vor dem Grundstück in Osterlangstedt, das berichtet Christel Hoeck, die mit ihrem Mann Harald Storchenpate in Osterlangstedt ist. „Im Sommer wird das Geschehen im Nest mit einer Webcam direkt auf einen Fernseher vor unserem Grundstück übertragen“, ergänzt ihr Mann. Dieser Fernseher sei dann Treffpunkt für viele Kinder, die das Geschehen im Storchennest beobachten und die Entwicklung der Jungstörche zum Teil in Tagebüchern festhalten. „In den Ferien kommen viele Touristen vorbei, eine Familie aus Bergisch Gladbach mit ihren Kindern schon im vierten Jahr“, so Hoeck. Einer der vier Jungstörche ist laut Hoeck jedoch Ende Juni wegen der Nässe gestorben.

Nach dem Schlüpfen und in den trockenen Sommermonaten wird bei beiden Nestern kräftig zugefüttert. Insgesamt 250 Kilo Heringe, vorwiegend von den Holmer Fischern aus Schleswig, werden bei jedem Nest verfüttert. „Ich habe ja die Patenschaft für den Eggebeker Storch erst in diesem Jahr von Christian Sönnichsen übernommen“, berichtet Horst Stelke. „Da ich seinen roten Futtereimer benutze, haben sich meine beiden Störche schnell an mich gewöhnt und ich konnte sie gut durch die kalte Zeit bringen.“ Später hätten sie oft auf dem First des Reetdachhauses gegenüber seiner Gaststätte gesessen, seien sofort angeflogen gekommen, als sie ihn mit dem Eimer sahen. Drei Jungstörche hat das Storchenpaar ausgebrütet.

Ende August haben dann alle sechs Jungstörche ihre lange Reise gen Süden angetreten. Die Paten hoffen, dass sie die beschwerliche Hin- und Rückreise gut überstehen. „Die Altstörche verweilen noch ein paar Tage bei uns, futtern sich Kraftreserven für den Flug an, bei dem sie bei guter Thermik bis zu 800 Kilometer am Tag zurücklegen“, so Harald Hoeck.

Sorgen bereitete Storchenvater Horst Stelke der Zustand des Horstes in Eggebek, der unter Wind und Wetter gelitten hat. Bürgermeister Willy Toft konnte ihm diese Sorge jedoch nehmen: Der Horst soll schon bald repariert werden.

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