Schleswig : Schleicenter plant Parkgebühren

Das Schleicenter-Parkdeck: Noch darf man hier drei Stunden kostenlos parken – und auch die Parkscheiben werden vorläufig nicht kontrolliert.
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Das Schleicenter-Parkdeck: Noch darf man hier drei Stunden kostenlos parken – und auch die Parkscheiben werden vorläufig nicht kontrolliert.

Eigentümer des Einkaufszentrums beobachten die Entwicklung genau. Vertrag mit Kontrolleuren von „Playfair“ nicht verlängert.

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09. Januar 2018, 07:00 Uhr

Noch ist nichts spruchreif, aber alle Zeichen deuten darauf hin: Wenn die Stadt Schleswig auf ihren Flächen in der Innenstadt Parkgebühren einführt, dann wird auch der Schleicenter-Eigentümer AVW nachziehen. „Wir streben eine künftige Parkraumbewirtschaftung des Parkdecks an“, erklärte Unternehmenssprecher Dirsko von Pfeil auf SN-Nachfrage. Ein konkretes Datum nannte er nicht.

Das Parkdeck auf dem Dach des Einkaufszentrums am Schwarzen Weg ist die einzige große privat betriebene Fläche, auf der Innenstadt-Besucher ihre Wagen noch kostenlos abstellen können. An anderen Parkplätzen wie zum Beispiel bei I.D. Sievers, über der Stadtbücherei oder auch im Gewoba-Parkhaus an der Moltkestraße gibt es schon lange Parkautomaten.

Spätestens seit Teile des städtischen Parkhauses am Schwarzem Weg wegen Baufälligkeit gesperrt sind, weichen zahlreiche Besucher der Ladenstraße auf das Schleicenter aus. Dass die Center-Betreiber den Eindruck haben, von dieser Entwicklung zu wenig zu profitieren, wurde kurz vor Weihnachten deutlich, als der Treppenaufgang, der vom Schwarzen Weg zum Parkdeck führt, verriegelt wurde. Auf diese Weise sollen die Autofahrer dazu bewegt werden, wenigstens auf dem Rückweg von der Fußgängerzone das Schleicenter zu betreten – und vielleicht auch in seinen Geschäften einzukaufen.

An den Leerständen freilich hat dies noch nichts geändert. „Wir befinden uns im Dialog mit potenziellen Mietinteressenten“, sagt von Pfeil. Vor wenigen Wochen erst hatte mit dem Modefilialisten Vögele ein weiterer Mieter das Schleicenter verlassen.

Auf einen anderen Geschäftspartner hat AVW unterdessen offenbar freiwillig verzichtet. Es geht um das Unternehmen „Playfair Parking“, das in den letzten drei Jahren für die Parkraumüberwachung auf dem Parkdeck zuständig war und 30 Euro von Fahrern kassierte, die die zulässige Parkdauer von drei Stunden überschritten. „Playfair“ war in die Kritik geraten, weil Zahlungsaufforderungen in mehreren Fällen erst mehr als zwei Jahre nach dem geahndeten Verstoß verschickt wurden. AVW hat den Vertrag mit dem Unternehmen nun nicht verlängert. „Eine Parkraumüberwachung ist auch künftig vorgesehen“, sagt von Pfeil. Die Gespräche dazu seien aber noch nicht abgeschlossen.

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