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SSC-Jachthafen : Schlei: Segler lassen ihre Leinen los

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Frühlingswetter lockt die Freizeitkapitäne auf ihre Boote. Vor den ersten Törns haben sie noch einiges zu tun.

von
erstellt am 26.Apr.2014 | 17:40 Uhr

Schleswig | Einige letzte Handgriffe stehen zwar noch aus. Aber sobald der Mast steht und das Segel daran angebracht wurde, ist die Saisonvorbereitung für die Mitglieder des Schlei-Segel-Clubs (SSC) vorüber. Dann heißt es bald „Leinen los“, denn die Segelsaison steht vor der Tür und lockt die Freizeit-Kapitäne wieder auf ihre Schiffe. Dafür müssen die Boote aber in einem guten Zustand sein, denn auch die auf den ersten Blick ruhige Schlei birgt Gefahren in sich.

„Bei starker Strömung wie in Schleimünde und auch nur drei bis vier Knoten Gegenwind ist man froh, wenn der Motor funktioniert“, sagt Wulf Schady, der zusammen mit seiner Frau Elke schon viel Erfahrung auf dem Wasser gesammelt hat. „Wir ankern auf langen Fahrten sehr gern“, berichtet der 71-Jährige. Dabei müsse man nur darauf achten, dass das Boot nicht von der Strömung abgetrieben werde, was den beiden schon zwei mal passierte. Mittlerweile sei ihr Ankergeschirr aber deutlich schwerer. „Dann reißt es eher vom Bug ab, als das es sich am Boden löst“, erläutert der frühere Schulleiter.

In diesem Winter mussten beide nicht viel an ihrer „Aquamarin“ ausbessern. Die Oberfläche wird poliert, die Holzteile lackiert und der Motor einmal gründlich kontrolliert. Fiete Halstrick (72) hatte dagegen komplizierte Vorbereitungen zu treffen. „Ich musste meine fest installierte Toilette komplett ausbauen und ersetzen“, erzählt er. Außerdem mussten die Schläuche auf seinem Boot ausgetauscht werden, „denn die fangen nach ein paar Jahren an zu stinken“, weiß der ehemalige Zahnchirurg. Eine neue Politur stand bei seiner „Phylax“ im Winter aber ebenfalls auf dem Plan.

„Die Oberfläche des Schiffes wird durch die Politur glatter und so bleibt weniger Sand daran hängen“, klärt Edmund Pietrowski auf. Seine „Sun Odyssey“ wird dieser Prozedur aber nicht in der Halle des SSC unterzogen, sondern in einem Lagerraum in St. Jürgen. Deswegen ist sein Schiff auch erst seit zwei Wochen im Wasser, während die „Aquamarin“ der Schadys und Halstricks „Phylax“ schon eine Woche länger im Jachthafen liegen. „Es geht immer schneller, ein Boot zu Wasser zu lassen, als es wieder aus dem Becken rauszuheben“, erklärt Wulf Schady. An einem Nachmittag könne man mit ausreichend Helfern bis zu 25 Boote auf die Schlei bringen. Der Verein schreibt dafür besondere Arbeitstage aus. „Dann fahren alle Clubmitglieder zum Hafen und jeder hilft bei jedem Boot mit“, erzählt Schady, dessen „Aquamarin“ mit siebeneinhalb Metern Länge nicht gerade handlich ist.

Sein Vorgängerschiff war mit neuneinhalb Metern aber noch größer. „Ich wollte etwas Kleineres, weil es weniger Arbeitmacht.“ Die Aquamarin ist mittlerweile sein fünftes Schiff. Angefangen mit dem Segeln hat er schon 1976. Seinen Segelschein machte er aber erst acht Jahre später, nachdem er sich in Schleswig niedergelassen hatte. Die Ostsee hat er mittlerweile zu seinem Lieblingsgewässer auserkoren, weil er sie schon oft befahren habe. „In südlicheren Gegenden bin ich oftmals überrascht, wie schnell die See sich verändern kann“, berichtet er. Dort wollen die Schadys mit ihrem Boot aber auch nicht mehr hinfahren.

Der 72-jährige Halstrick hat dagegen im Sommer einiges vor. „Ich möchte bis kurz vor Stockholm hochsegeln“, sagt er. Das sind um die 1200 Kilometer. Er wird sich dazu rund sechs Wochen Zeit nehmen. Zunächst einmal muss er aber aus dem Schleswiger Jachthafen manövrieren, was gar nicht so leicht sei, denn direkt hinter dem Hafen befindet sich eine Untiefe, die größeren Schiffen Probleme bereitet. „Bei 1,80 Meter Tiefgang muss man schon aufpassen, sonst bleibt man ganz schnell liegen“, warnt Halstrick. Seine „Phylax“ liegt zum Glück aber nur bei einer Tiefe von 1,65 Meter.

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