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Fifty Shades of Grey : Schlapper Beginn für den heißesten Film des Jahres

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Zur ersten Vorstellung von „Fifty Shades of Grey“ kamen gestern Nachmittag nur neun Besucher – die aber waren begeistert / Abendtermine weitgehend ausgebucht

Der Hype um das Kinoereignis des Jahres beginnt in Schleswig mit einer Kleingruppe. Ganze neun Zuschauer haben sich gestern Nachmittag in Saal 4 des Capitols zur Premieren-Vorstellung von „Fifty Shades of Grey“ verloren. Und auch die zweite Vorführung ab 17.30 Uhr lockt nur wenig mehr Neugierige an. „Es ist ein Abendfilm“, sagt Kinobetreiber Markus Thiel. Und tatsächlich: Nicht nur am gestrigen Abend ist der Streifen dann weitgehend ausgebucht. „Wir erwarten ein hartes Wochenende“, so Thiel, der nach eigenen Angaben für den Aufreger insgesamt mehr als 600 Tickets im Vorverkauf abgesetzt hat. „Das ist außergewöhnlich viel. So macht Kino richtig Spaß.“

Aber wie ist er denn nun, der Film über Sadomaso-Sex und Fesselspielchen? „Er ist sehr gut, sehr ästhetisch, geht nicht ins Pornografische“, findet eine Frau reiferen Alters, die zu den neun Schleswiger Premierenbesuchern gehört, ihren Namen aber lieber nicht in der Zeitung lesen möchte. Vor allem die schauspielerische Leistung von Dakota Johnson, die die naive Studentin Anastasia Steele verkörpert, hat es ihr angetan. „Sie hat das Unschuldige gut rübergebracht.“ Überhaupt will die Kinogängerin weder Film noch Bücher in die Schmuddelecke gedrängt sehen. „Ich habe die Bücher als eine Art Aufklärung gelesen – wie früher bei Oswalt Kolle. Man lernt die ganzen Facetten kennen und auch, dass man immer Nein sagen kann, wenn einem etwas nicht gefällt.“

Völlig begeistert sind Tina Clausen, Kim Behncke, Wienke Austen und Stella Oehlert nach der Vorstellung Die vier 16-jährigen Freundinnen, die auch in eine Klasse gehen, wissen, wovon sie sprechen – sie alle hatten zuvor schon das Buch gelesen. „Für eine Buchverfilmung war der Film supergut“, schwärmt Wienke Austen, „das hatte ich so nicht erwartet.“ Die Mädchen aus Schuby, Hüsby, Neuberend und Schleswig loben besonders die Leistungen der Schauspieler und die Musik. Und wie sieht es mit dem Inhalt des Films aus? Ist der nicht zu sexlastig für ein so junges Publikum? „Vor 20 Jahren hätte man den Film sicher erst ab 18 Jahren zugelassen“, ist sich Tina Clausen sicher. Heutzutage aber wäre das ein Fehler. Und überhaupt gehe es ja nicht in erster Linie um Sex und Fesselspiele, sondern um einen Mann, der zunächst mit Romantik nichts anfangen könne und dann dazulerne.

Ihren Eltern hätten sie vor dem Kinobesuch schon erzählt, welchen Film sie sich anschauen wollen, versichern die vier Freundinnen.

Dass ihnen „Fifty Shades of Grey“ eine Menge Gesprächsstoff geliefert hat, zeigt allein die Tatsache, dass die vier nach dem Ende noch einige Zeit sitzen bleiben und sich unterhalten. Und sie sind sich einig: Den Film muss man einfach gesehen haben. Jetzt wollen sie in der Klasse und im Freundeskreis Werbung machen. Und ihn sich vielleicht auch noch ein weiteres Mal ansehen.

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erstellt am 13.Feb.2015 | 16:19 Uhr

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