Theaterball : "Schein und Sein" und sehr viel Liebe

Mit frivolen Chansons begeisterte das Ensemble um Mitternacht in den Kammerspielen.
Mit frivolen Chansons begeisterte das Ensemble um Mitternacht in den Kammerspielen.

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14. Februar 2011, 10:23 Uhr

Schleswig | Fetzige Schlager, flotte Tänze, frivoles Kammerspiel: Beim Theaterball 2011 drehte sich alles um Lust und Last in der Liebe. Rund 500 mal mehr, mal weniger prominente Gäste aus Schleswig und Umgebung feierten zwanglos bis spät in die Nacht. Festliche Abendgarderobe, wohin das Auge blickt. Rauschende Kleider bei den Damen, Nadelstreifen und rote Bauchschärpen für die Herren - das Publikum hatte sich feingemacht an diesem Abend. Das Landestheater aber auch: Lila und weiße Luftballons überall, rotes Scheinwerferlicht, dazwischen Shakespeares reich kostümierte Oberon und Titania im Foyer, direkt in die Gegenwart katapultiert. "Schein und Sein" war das Motto des Balls, zu dem der Verein der Theaterfreunde eingeladen hatte - und zog sich wie ein roter Faden durchs gesamte Programm.

"Nichts ist, wie es scheint. Aber alles ist möglich, wenn sie sich verzaubern lassen", so legte es Generalintendant Peter Grisebach aus. Dazu war das Publikum nur allzu gern bereit. Der noch frische, aber schon kräftig vom Chef der Theaterfreunde, Bernd Herrfurth, gelobte Intendant moderierte immer mal wieder lässig und eloquent auf den verschiedenen Bühnen seines Hauses - und glänzte, wann immer er Zeit fand, auch im Small Talk mit den Gästen.

Im großen Saal gab es Musik und Sketche, gesungen und gespielt vom Schauspiel-Ensemble und der, wie passend, "Sein-und-Schein-Band" von und mit Arthur Weinbrenner. Das erste Highlight: Ein Mann macht einer Frau einen Heiratsantrag. So weit, so gut - nur hatte der Casanova auf Freiersfüßen einen Sprachtick: Statt "a" setzte er stets den Vokal "u". Tante hieß so beispielsweise Tunte - das und andere Fettnäpfchen boten Zündstoff für mächtig viel Gelächter beim Publikum. Dann schmetterte Nina Mohr "Liebeskummer lohnt sich nicht, my darling...", und der Chor unterstrich das mit "oh no!" und Zeigefinger.

Wo sonst Sven Stäckers Puppenbühne zu Hause ist, in der Trauminsel, gab es eine "Abba-Lounge": Dahinter steckte ein ebenso ungezwungenes wie ansprechendes Mini-Konzert mit vier Schauspielern, die die Lieder des legendären schwedischen Popquartetts bei Vinylplatten-Hintergrund-Geplätscher rührend nachsangen. Gen Mitternacht lockten erotische Chansons zum Thema Mann, Frau und deren Gelüste eine Menge Zuschauer in die Kammerspiele. Was gezeigt wurde, war ziemlich frivol: Lange Männerbeine in Netzstrümpfen, knallrote Kußmünder, zentimeterlange Augenwimpern, vielversprechende Dekolletes. Publikum und Darsteller gleichermaßen waren begeistert - und feierten bis in den Morgen.

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