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Steinbergkirche : Scheersberg weiter im Höhenflug

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Jugendhof verzeichnet mit 24.752 Belegungstagen und 581 Veranstaltungen im vergangenen Jahr einen neuen Rekord. Das Scheersbergfest feiert in diesem Sommer 80-jähriges Bestehen.

shz.de von
erstellt am 06.Jan.2014 | 07:45 Uhr

„Der Scheersberg brummt.“ Auf diese Kurzformel bringt Hartmut Piekatz, Direktor der Internationalen Bildungsstätte Jugendhof Scheersberg, die Jahresbilanz für 2013. Angesichts der räumlichen Einschränkungen während der monatelangen Ausbauphase des Wallrothhauses (für 1,3 Millionen Euro im Auftrag des Kreises) grenzt es schon fast an ein Wunder, dass in dem Zentrum der außerschulischen Jugendbildung eine neue Bestmarke erzielt werden konnte. Der Scheersberg-Rekord liegt jetzt bei 24 752 Teilnehmer-Tagen (Seminar-Tage mit Vollpension pro Kopf). Deren Durchschnittsalter betrug 24,2 Jahre. Insgesamt wurden 581 Veranstaltungen gezählt, darunter zwei Drittel unter eigener Jugendhof-Regie. Der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr 2012 belief sich auf 500 Teilnehmer-Tage.

Hochkonjunktur hat auf dem Angelner Kulturhügel unter anderem die soziale Jugendbildung: 110 Kooperations-Seminare mit Schulen aus Schleswig-Holstein und Hamburg zeugen davon, wie groß die Nachfrage nach erlebnisorientierten und integrativen Angeboten an dieser Schnittstelle zur außerschulischen Ebene ist. Nach wie vor standen auch die internationalen Begegnungen mit 32 größeren Veranstaltungen – darunter die Deutsch-Skandinavische Musikwoche – hoch im Kurs.

Neuland betrat der Jugendhof im vergangenen Frühjahr, als ein weiteres Bundes-Projekt mit dem Titel „Schleswig-Holstein, Dänemark und die DDR“ in Zusammenarbeit mit der Bundesstiftung „Aufarbeitung“ gestartet wurde. Dabei geht es in den Seminaren um „echte Pionierarbeit“, sagt Piekatz, bei der mit historischer Präzision die europäische Teilung mit ihren Auswirkungen auf das deutsch-dänische Grenzgebiet untersucht wird. Mit eingebunden in dieses Projekt sind neben der Landeszentrale für politische Bildung die Universitäten Odense, Flensburg, Greifswald, Rostock und Karlskrona (Schweden).

Erwartungsvoll blicken die Verantwortlichen des Jugendhofs auf die Höhepunkte des Jahres 2014. Zwei Jubiläen sollen groß gefeiert werden: das 80. Scheersbergfest mit rund 1000 jungen Sportlern aus dem Kreis Schleswig-Flensburg und den Partnerkreisen sowie das 40. Internationale Folktreffen mit 130 Musikern aus Dänemark und Deutschland. Auf der Agenda steht außerdem die Herausgabe einer Dokumentation zu dem seit drei Jahren laufenden Modell-Projekt „Demokratie stärken – Jugend gegen Extremismus“.

Trotz der ständig steigenden Nachfrage nach Spiel und Theater, Musik und Tanz, Film und Medien, Literatur und Kunst: Die Scheersberger Bildungsstätte muss auch künftig mit einer angespannten Haushaltslage zurecht kommen. Der Etat 2014 erreicht 1,55 Millionen Euro in Einnahmen und Ausgaben. Doch der einzig zugesagte und nennenswerte Zuschuss kommt von der Kieler Landesregierung: 342 000 Euro. Für Einzelprojekte im Auftrag des Bundes kommen – wie im Vorjahr – vermutlich rund 200 000 Euro zusammen. Der Pferdefuß der Finanzplanung zeigt sich bei den Seminargebühren: Mit etwa einer Million Euro müssen die Teilnehmer zur Kasse gebeten werden. Das sind 40 Euro pro Tag und Person. Zum Glück hat der Scheersberg eine Phalanx von Sponsoren zur Seite, doch wünschenswert bleibt aus Sicht des Jugendhof-Chefs, dass sich der Kreis der Gönner ständig erweitert. Hartmut Piekatz betont: „Bildung soll auf dem Scheersberg weiterhin so abwechslungsreich wie möglich gestaltet werden und alle Sinne nutzen – für ganzheitliches und nachhaltiges Lernen.“

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