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Wolfgang Börnsen : Schätze aus 26 Jahren in Bonn und Berlin für das Landesarchiv

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der frühere Bundestagsabgeordnete Wolfgang Börnsen hat dem Landesarchiv seinen umfangreichen Aktenbestand überlassen.

von
erstellt am 06.Jan.2016 | 18:28 Uhr

Man speiste eine Markeruper Entenbrust, danach den Rücken eines Damhirsches aus einem der Wälder rund um Schleswig. Zum Nachtisch gab es Lebkuchenmousse mit Punschbirne. Nachzulesen ist dies auf der Menükarte der deutsch-russischen Regierungskonsultationen, zu denen sich Gerhard Schröder und Wladimir Putin wenige Tage vor Weihnachten 2004 auf Schloss Gottorf trafen. Mit am Tisch saß auch der örtliche Bundestagsabgeordnete: Wolfgang Börnsen aus Bönstrup. Die zweisprachige Menükarte zählt zu den Dokumenten, die der heute 73-jährige CDU-Politiker gestern dem Landesarchiv übergeben hat.

Schon im vergangenen Jahr war Börnsen zweimal im Schleswiger Prinzenpalais zu Gast, um bei Archivdirektor Prof. Rainer Hering und der zuständigen Archivarin Bettina Dioum abzuliefern, was sich während seiner 26-jährigen Abgeordnetenzeit von 1987 bis 2013 bei ihm angesammelt hatte. „Jetzt bin ich alles losgeworden, mehr kommt nicht“, versicherte Börnsen nun. Für Hering ist es ein eine Besonderheit, dass ein Politiker seine Akten dem Landesarchiv überlässt. Für viele andere sind die Archive der parteinahen Stiftungen der erste Ansprechpartner. In erster Linie, sagte Hering, sei es wichtig, dass Politiker ihre Nachlässe überhaupt an Archive übergeben. „Wenn wir dann zum Zuge kommen, freut es mich natürlich besonders.“

Börnsen musste nicht lange überlegen. Die Entscheidung für Schleswig war für ihn eine klare Sache. „Ich habe mich während meiner Zeit im Bundestag nie in erster Linie als Parteipolitiker verstanden, sondern als Vertreter der Region, aus der ich komme.“ Außerdem habe er nach seiner aktiven Zeit nicht zu viele Jahre verstreichen lassen wollen. „Noch kann ich mich genau erinnern, wann und zu welcher Gelegenheit ich die verschiedenen Dokumente bekommen habe.“

Bettina Dioum wird Börnsens Kartons in den kommenden Wochen sichten und katalogisieren. Über ein öffentlich zugängliches Findbuch werden dann Historiker ebenso wie Heimatforscher Zugang zu den Unterlagen haben. Außer der Menükarte hat der frühere Abgeordnete unter anderem zahlreiche Gastgeschenke von Parlamentarier-Delegationen aus aller Welt abgeliefert – und Fotos von Botschaftern fremder Länder bei ihren Besuchen im Schleswiger Rathaus, die Börnsen regelmäßig organisierte.

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