Rückkehr aus der Sommerpause : Santiano plant Sonderedition: Ein Song für Haithabu?

Santiano-Gitarrist und Sänger: „Timsen“ hat sein Hobby zum Beruf gemacht.
Santiano-Gitarrist und Sänger: „Timsen“ hat sein Hobby zum Beruf gemacht.

Sänger „Timsen“ über den Erfolg der Band, die neue Sonderedition für den Herbst und den Musikpreis Echo.

shz.de von
17. August 2018, 14:28 Uhr

Schleswig | Hans-Timm Hinrichsen sieht erholt aus. Der Gitarrist und Sänger der Band „Santiano“ hat gerade erst zwei Wochen „chilligen“ Urlaub im benachbarten Dänemark mit seiner Familie hinter sich. Auch sonst hat der 53-Jährige die entspannten Wochen seiner langen Sommerpause genossen. Aber jetzt geht es wieder los: Am vergangenen Wochenende stand Santiano auf der Freilichtbühne im Hamburger Stadtpark, das Konzert war restlos ausverkauft.

„Timsen“ – so nennen seine Fans den gelernten Heilpädagogen – und Bandkollegen machten wieder Stimmung mit ihren eingängigen Musikstücken aus einer Mischung von Balladen, Irish-Folk und Rocksongs. Sie bewegten Tausende Fans zum Mitfeiern und -singen. Ein Erfolg, der für den Künstler nicht selbstverständlich ist und dennoch greifbar, wenn man sich nur die Verkaufszahlen der veröffentlichten Alben ansieht.

Santiano melden sich zurück.
Jörg Carstensen
Santiano melden sich zurück.

„Abheben ist nicht eine Frage des Alters, sondern des Charakters“

Nach ihrer Gründung brachten Santiano 2012 ihr erstes Album „Bis ans Ende der Welt“ auf den Markt. Das wurde seither rund 1,2 Millionen Mal verkauft. „Wir haben nicht mit einem so großen Erfolg gerechnet und auch die Plattenfirma nicht“, gibt der geborene Alt Bennebeker einen kleinen Einblick in die Musikbranche. Bereits nach drei Wochen wurden die Musiker mit Platz Eins in den deutschen Charts belohnt. „Verrückt, wenn man sich die Zahlen mal vorstellt“, staunt Timsen noch heute. Er ist sich sicher: „In der Absichtslosigkeit lag der Erfolg.“

Timsen ist dankbar dafür, auch dafür, dass der Erfolg bis heute anhält: Die folgenden drei Alben verkauften sich millionenfach. Das norddeutsche Bauernkind und seiner Mitstreiter bleiben dennoch bodenständig. „Abheben ist nicht eine Frage des Alters, sondern des Charakters.“ Zwar erfülle sich der ein oder andere Lebenstraum. Doch der Musiker, der heute im Schleswiger Umland wohnt, möchte vor allem eins: Dass seine Familie mit seiner Frau und den gemeinsamen drei jungen erwachsenen Töchtern gesund sind. „Einfach zu wissen, was man hat, macht mich dankbar und ja, auch demütig.“

Band diskutiert Sonderedition mit Haithabu-Song

Als Glücksfall empfindet der plattdeutsch sprechende Schleswig-Holsteiner die vergangenen sieben Jahre seit der Band-Gründung mit fünf zusammengewürfelten Künstlern. „Da ist aber auch viel Anstrengendes dabei“, schiebt er lachend hinterher. Es werde auch mal inhaltlich diskutiert mit den Kollegen, den Produzenten, der Konzertagentur oder anderen Netzwerkpartnern. „So von alleine läuft das nicht.“ Timsen weiß um die Schnelllebigkeit der Musikbranche in der „Profi-Liga“. Viele Leute kommen mit vielen Ideen, die es umzusetzen oder auch abzulehnen gilt. Aktuell wollen die Musiker darüber entscheiden, ob mit der für Herbst geplanten neuen Sonderedition auch ein bereits geschriebener Song über das heimatliche Haithabu veröffentlicht wird.

„Da wo Santiano draufsteht, ist auch Santiano drin“, stellt Timsen in Aussicht, der selbst die rockigen Stücke bevorzugt. Die Band, die verschiedene Musikgenres zusammenbringt, füllt Hallen und Stadien in ganz Deutschland und darüber hinaus. Insgesamt rund 510 Wochen hielten sich Santiano mit ihren Alben bisher auf den ersten und oberen Plätzen der Charts in Deutschland, heimsten Auszeichnungen ein und absolvierten ihre Konzerttouren mit bis zu 45 Crewmitgliedern, mit bis zu sieben Trucks und den für Aufbau und reibungslose Abläufe sorgenden vielen zusätzlichen Helfern vor Ort.

Die umstrittene Echo-Veranstaltung im Frühjahr – die Auszeichnung der umstrittenen Rapper Kollegah und Farid Bang sorgte für einen Eklat und das Ende des Musikpreises – hinterließ auch bei dem zum vierten Mal mit dem Echo bedachten Musiker von Santiano Spuren. Was das betrifft, hätte sich Timsen „mehr Aufklärung“ und ein Handeln der Veranstalter im Vorfeld gewünscht. Eine Lehre sei das gewesen: „Das man genau hinguckt, wer zu Ehren kommt und wer nicht.“

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