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Schleswiger Nachrichten

22. Oktober 2017 | 12:52 Uhr

Selk : Sanierung der B 76 sorgt für Stress

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Umleitung verläuft durch Selk und die Einwohner beklagen sich über zahlreiche Raser. Derweil beginnt der Neubau der Brücke am Haddebyer Noor in wenigen Tagen.

Dicht an dicht schieben sich Fahrzeug-Kolonnen durch Selk. Im Zuge der Sanierungsarbeiten an der B 76 inklusive Vollsperrung führt die ausgeschilderte Umleitung täglich tausende Autos in Richtung Fahrdorf und Schleswig durch die kleine Gemeinde. Die Geschwindigkeitsbegrenzungen, insbesondere die auf Tempo 50 am Plettenberg, wird von vielen Autofahrern ignoriert. Noch dazu nutzen zahlreiche Schwerlastfahrzeuge die Strecke. Inmitten dieses Verkehrs-Chaos haben es die Anwohner schwer, vor allem beim Überqueren der Fahrbahn.

Bereits in Zeiten ohne Umleitung wurde die erlaubte Höchstgeschwindigkeit oft überschritten, denn der Teil von Selk, den Durchfahrende auf der K 1 passieren müssen, beläuft sich auf nur wenige hundert Meter, vom Kreisel bis zum Gasthof Quellental. Dort befinden sich Autofahrer in einer geschlossenen Ortschaft, doch die Fahrt durch die ineinander übergehenden Ortsteile Niederselk, Oberselk und Altmühl lädt viele zum Rasen ein. Zudem sorgt eine Reihe von Schildern bei den Autofahrern seit jeher für Verwirrung. In der jüngsten Gemeindevertretersitzung wurden die Beschwerden mehrerer Anwohner vorgetragen, die sich darüber beklagen, dass außerdem die Straßen am Buschberg und am Buchenweg immer stärker und in rasantem Tempo befahren werden.

Das Verkehrsproblem und die verwirrende Beschilderung sei den Gemeindevertretern bereits seit vielen Jahren ein Dorn im Auge, berichtete Klaus Dietrich, stellvertretender Bürgermeister. Ein Antrag auf eine Tempo-Reduzierung am Buschberg sei jedoch gescheitert, und auch das erweiterte Ortsschild abgelehnt worden. „Wir sind uns einig, dass wir ein Verkehrskonzept und eine Verkehrsberuhigung für Selk erreichen wollen, damit alles insgesamt schlüssig ist. Wir sollten es noch einmal versuchen“, forderte Gemeinderatsmitglied Thilo Kolberg.

Mit Klaus Dietrich und Gemeinderatsmitglied Christoph Brügmann will er sich nun um eine verträgliche Lösung bemühen. Einstimmig wurde beschlossen, die Maßnahmen für eine Verkehrsberuhigung auf den Weg zu bringen. Des Weiteren soll der Verkehr anhand von Blitzern überwacht werden.

Derweil verläuft die umfangreiche Sanierung der B 76 nach Plan. In Busdorf wird auf der Bundesstraße schon bald mit dem Bau der neuen Brücke begonnen. Zuvor hatte ein Bagger ganze Arbeit geleistet: Tonnenschwere Asphaltschichten, Gesteinsbrocken, Ziegelsteine und Betonreste der Brücke am Haddebyer Noor wurden unter Aufsicht von Stahl- und Betonbauer Michael Haustein und Sven Behrens von der Firma Echterhoff aus Osnabrück abgetragen. Die seitliche Befestigung der betagten Überführung wies insbesondere im unteren Bereich erhebliche Mängel in der Bausubstanz auf, die nun entfernt wurden. In den kommenden Tagen wird die neue Brückenkonstruktion in Stahlbetontechnik mit Rundwölbung installiert. „Es ist aufwändig, aber nicht schwierig. Bei einer alten Bausubstanz verhält es sich jedoch anders, als wenn man an einem Neubau arbeitet. Aber das bekommen wir hin. Wir wollen den Zeitplan einhalten, damit alle zufrieden sind“, sagt Haustein. Zahlreiche Radfahrer passieren täglich die Baustelle, genießen das Radeln im verkehrsberuhigten Bereich entlang der Schlei, zum Beispiel die beiden Campingplatz-Urlauber Ulrich Braun aus Bielefeld und Michael Tönnis aus Oslo in Norwegen. „Uns gefällt die Stille“, sagt Braun, und Tönnis stimmt ihm zu.

Bis zum Baustellenbereich bleibt die B 76 weiterhin für den Verkehr gesperrt, die Zufahrt zum Wikingermuseum, zur St.-Andreas-Kirche und zum gegenüberliegenden Gasthaus „Odins“ sowie zum Camping-Platz ist frei.

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