zur Navigation springen

Treene wird ausgebaggert : Sandbänke müssen verschwinden

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Treene bei Hollingstedt ist stark versandet. Jetzt wird der Fluss ausgebaggert, damit sich Muscheln, Kleinlebewesen und Pflanzen wieder optimal entwickeln können.

shz.de von
erstellt am 30.Aug.2013 | 12:20 Uhr

In der Treene bei Hollingstedt, südlich der Treenebrücke, haben sich Sandbänke im Flussbett gebildet und einige Streckenabschnitte sind stark versandet. Teilweise beträgt die Wassertiefe nur noch weniger als 50 Zentimeter. „In diesem Schwemmsand ist kaum Leben“, sagt Sascha Werner, Bauleiter beim Landesbetrieb Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz in Schleswig-Holstein. Um den Wasserfluss in der Treene zu verbessern, soll der Fluss auf eine Wassertiefe von zwei Metern ausgebaggert werden. Dabei handele es sich nicht um eine Grundreinigung, so der Bauleiter.

Diese Ausbaggerungen erfolgen auch, damit Flora und Fauna im Flussbett wieder gute Lebensbedingungen vorfinden. Ein Uferstreifen von drei Metern bleibt unberührt, da sich dort ein Rückzugsraum für kleine Fische, Muscheln und Pflanzen befindet. Bereits im Jahr 2012 wurden Erdarbeiten an der Treene auf dem Streckenabschnitt von der Silberstedter Au bis zur Treenebrücke in Hollingstedt vorgenommen, um das Flussbett wieder auf die normale Wassertiefe von bis zu zwei Metern zu bringen.

Für die Wasserarbeiten wird von der Naturschutzbehörde vorgegeben, dass lebende Tiere, Fische und Muscheln aus dem Schlick geborgen und zurück in die Treene gesetzt werden müssen. Diese Aufgabe hat Armin Marx vom Jübeker Angelverein übernommen, der diesen Streckenabschnitt für das Angeln gepachtet hat. Gleichzeitig untersucht die Biologin Anja Meerheim den Muschelbestand für ihre Doktorarbeit, die sich mit der Abgeplatteten Teichmuschel (Pseudanodonta complanata) befasst. Diese Teichmuschel steht auf der „Roten Liste“ der bedrohten Arten und gehört neben sechs anderen Muschelarten und den Larven von Neunaugen zu den Flussorganismen, die besonders klare Bach- oder Flussläufe als Lebensraum benötigen. Für Biologin Anja Meerheim sind die Baggerarbeiten in der Treene „ein Glücksfall“.

Der Flussschlick wird zum Trocknen am Ufer abgelegt und anschließend abtransportiert. Den größten Teil des Räumgutes übernimmt die Gemeinde Hollingstedt, um Ausgleichsflächen für künftige Baumaßnahmen in der Gemeinde zu schaffen. „Mit diesem Räumgut wird auf der Fläche am Schredderplatz ein 160 Meter langer und drei Meter breiter Knick mit Knickpflanzung erstellt und so sinnvoll genutzt“, sagt Hollingstedts Bürgermeisterin Petra Bülow.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen