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Schleswiger Nachrichten

21. Oktober 2017 | 14:42 Uhr

Saisonfinale fürs Silber der Schlei

vom

Die Fischer Matthias Nanz und Jan Josef Fischer landen seit Anfang März täglich bis zu 400 Kilogramm Hering in Missunde an

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Brodersby | Die Heringsfischerei in der Schlei geht auf die Zielgerade. Traditionell bis Anfang Mai läuft die Saison, in der die Fischerfamilie Nanz das "Silber der Schlei" in Missunde anlandet. Bereits um fünf Uhr früh fahren Matthias Nanz und sein Kollege Jan Josef Fischer vor das Missunder Noor bis nach Goltoft, um ihre Netze einzuholen. Etwa um zehn Uhr sind sie zurück und werden dann schon von einer Menschentraube erwartet, die frischen Hering direkt vom Boot kaufen will. Mehrere Hundert der gefangenen Tiere hat der Fischer deshalb während der Rückfahrt von Kopf und Innereien befreit - ein Festessen für die Möwen, die seinem Boot in großem Schwarm folgen.

Anschela Buchholz und Helmut Völker aus Loose haben über einen Freund von diesem "Direkt-vom-Kutter-Verkauf" in der Sackgasse von Missunde gehört. Mehrere Dutzend Heringe wandern in die mitgebrachte Plastiktüte. Sie werden bald gebraten und mit Bratkartoffeln verspeist oder "in Sauer" eingelegt. Zusätzlich nehmen sie noch 20 Heringe "natur" mit, die geräuchert werden sollen.

"Schleihering ist mit nichts zu vergleichen", meint Helga Bebensee, die mit ihrem Mann Walter aus Kiel gekommen ist, um ein halbes Hundert der silberglänzenden Schuppenträger in die heimische Küche zu holen. Ihre Begeisterung hat ihre Wurzeln in der Kindheit, denn sie stammt aus Bohnert - und Schleihering gehörte dort früher zu den Grundnahrungsmitteln.

Als sich die Käuferzahl an diesem Morgen lichtet, fahren die Fischer mit dem Ausnehmen der Heringe fort. Seit Anfang März - unterbrochen nur durch eine Woche Frost - landen sie täglich 200 bis 400 Kilogramm Fisch an. "Der Schleihering ist beliebt, weil er relativ groß ist und jetzt noch mit Rogen und Milcher gefüllt", erklärt Nanz.

Die Schlei sei das größte Laichgebiet dieser Fischart in der westlichen Ostsee. Nanz selbst kann auf eine lange Tradition in diesem Beruf zurückblicken - seit dem 15. Jahrhundert schon gehört seine Familie zur Innung der Schleifischer.

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