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Schleswiger Nachrichten

23. Oktober 2017 | 21:10 Uhr

Schleswig : Rundumschlag des Bürgermeisters

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Auf der Mitgliederversammlung des Schleswiger Bürgervereins hat Arthur Christiansen eine Bilanz seiner bisherigen Amtszeit gezogen.

von
erstellt am 24.Okt.2014 | 07:00 Uhr

Fast genau ein Jahr ist es her, dass Arthur Christiansen zum Schleswiger Bürgermeister gewählt wurde. Am 20. Oktober 2013 setzte er sich in der Stichwahl mit 61,4 Prozent gegen seinen Widersacher Frank Neubauer durch. Am Mittwochabend nun hat Christiansen die Einladung des Schleswiger Bürgervereins, auf dessen Mitgliederversammlung als Gast zu sprechen, genutzt, um einmal Bilanz zu ziehen – und zeigte sich dabei betont angriffslustig. Gleichzeitig machte er den Zuhörern Mut: „Diese Stadt hat unglaublich viel Potenzial. Das herauszukitzeln, versuchen wir gerade.“

Dass Schleswig über Jahre hinweg viel zu wenig aus diesen Möglichkeiten gemacht hat, heftete Christiansen in erster Linie seinem Vorgänger Thorsten Dahl an. So habe er bei seinem Amtsantritt im Januar einen großen Vertrauensverlust der Bürger sowohl in die Verwaltung als auch in die Politik gespürt. „Hier war keiner, der geführt hat, deswegen hat auch keiner die Verantwortung übernommen“, sagte Christiansen und sprach im selben Atemzug von einer allgemeinen Neigung, „alles bis zur Erschöpfung auszudiskutieren“. Oft fehle der Mut, einfach mal Entscheidungen zu treffen. Die Folge: „Ich habe noch nie so viele Sachverständige kennengelernt wie in Schleswig. Also schrullert man rum, ohne etwas wirklich vom Schreibtisch zu kriegen.“

Um die Stadt voran zu bringen, gelte es deshalb, eine klare Linie vorzugeben, um wieder eine Vertrauenskultur zu schaffen. „Die Leute wollen Verlässlichkeit und wissen, wo man hin will. Dann muss man auch nicht Everybody’s Darling sein“, meinte Christiansen. Und so machte er auch unmissverständlich deutlich, dass er etwa den Erhalt der Theaterfassade im Lollfuß – auch gegen den Wunsch einiger Schleswiger – ablehnt. „Ich werde da keine Wand für 450 000 Euro Zusatzkosten stehen lassen. Das würde mir doch einen Eintrag ins nächste Schwarzbuch garantieren.“ Um den Verbleib des Landestheaters mit Schleswig als Produktionsstätte und Sitz der Intendanz hingegen will Christiansen „bis zum letzten Tropfen Blut“ kämpfen. „Ich gebe da nicht auf. Noch haben wir die Karten in der Hand. Und die Bürgermeister der anderen Städte sollen sich warm anziehen, wenn sie uns das Theater wegnehmen wollen“, sagte er mit Blick auf Rendsburg, das sich Hoffnung macht, künftig Hauptsitz zu werden.

Ähnlich klar äußerte sich der Bürgermeister zur Kritik an den Plänen für das Gelände der ehemaligen Schmid-Villa am Stadthafen. „Das hat mit einem Altenheim, wie es etwa auf der Freiheit geplant wird, nichts zu tun. Das wird bezahlbarer Wohnraum für Schleswiger, aber auch für die sogenannten Düsseldorfer, die sich hier an der schönen Schlei niederlassen möchten. Und davon gibt es einige“, meinte Christiansen, der zudem betonte, dass der Trend dahin gehe, dass ältere Bürger ihre Häuser samt Garten an junge Familien verkaufen, gleichzeitig aber in Schleswig bleiben wollen. „Da gibt es eine große Nachfrage, deswegen machen diese geplanten Wohnprojekte Sinn.“

Ebenfalls konkretes Interesse gebe es, so viel verriet Christiansen, sowohl für die Nachnutzung der Nootbaar-Immobilie im Stadtweg als auch für das Hertie-Haus. „Da wird bald etwas passieren“, sagte er. Gleiches gelte für den Bahnhof und das marode Parkhaus am Schwarzen Weg. „Mir macht die Aufgabe als Schleswiger Bürgermeister unheimlich viel Spaß, egal wie schwierig es manchmal ist. Aber einfach kann ja jeder“, schloss Christiansen – und heimste einen kräftigen Applaus der Bürgervereinsmitglieder ein. Dazu Vorsitzender Wolfram Weiss: „So viel Mutmachendes haben wir in Schleswig lange vermisst.“

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