zur Navigation springen

Diakoniewerk Kropp : Ruf nach würdevoller Pflege im Alter

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Auf Postkarten formulierten Pflegebedürftige und Pflegende in den Einrichtungen des Diakoniewerks Kropp ihre Wünsche an das Gesundheitsministerium. Neben einer würdevollen Pflege steht dabei die Attraktivität des Pflegeberufes im Mittelpunkt.

Die Diakonie Deutschland hat zu einem bundesweiten Aktionstag zur Altenpflege aufgerufen und verschickte am Montag Forderungen nach einem Rettungspaket an das Bundesgesundheitsministerium. Auch am Standort Kropp waren drei Wochen zuvor Postkarten im ganzen Diakoniewerk verteilt worden – wie in den 2100 Altenheimen und bei den 1400 ambulanten Pflegediensten der Diakonie Deutschland. Pflegebedürftige, Personal, Besucher, aber auch die Verwaltungsangestellten durften ihre Forderungen und Wünsche an die Politik formulieren. Gesammelt wurden die Postkarten in violetten Boxen, die anschließend gesammelt und an den Bundesminister für Gesundheit, Hermann Gröhe, verschickt wurden.

In diesem sogenannten „Rettungspaket Altenpflege“ fordern Beteiligte vorwiegend eine würdevolle Pflege, familiäre Entlastung, gerechte Finanzierung und eine Attraktivitätssteigerung für die Ausbildung. In ihrem Unternehmensverbund versorgt die Diakonie Kropp an zwölf Standorten mit rund 1300 Beschäftigten über 2400 pflegebedürftige Menschen. Und nicht wenige beteiligten sich an der Aktion.

So auch Bewohnerin Petra Junge-Bischoff, die schon einige Jahre im Diakoniewerk Kropp lebt und auf den Liegerollstuhl angewiesen ist. Ihr Wunsch: „Das Personal, das rund um die Uhr auf den Pflegestationen ist, sollte mehr Geld erhalten.“ Tatsächlich sei es so, dass die Berufe in der Altenpflege im Schichtdienst an 365 Tagen und 24 Stunden am Tag Einsatz fordern, sagt Wolfgang Hauschildt, Finanzvorstand des Diakoniewerks. „Der Beruf muss attraktiver werden, damit wir mehr examiniertes Personal bekommen und die Schulabgänger sich für diese Berufe interessieren.“ Derzeit sei es oft so, dass die Lehrlinge eine Ausbildungsvergütung erhielten, aber das Schulgeld aus eigener Tasche bezahlen müssten, erklärt er.

Zudem führe der Spardruck zu einer immer dünner werdenden Personaldecke. Die Mitarbeiter seien oft nicht mehr in der Lage, sich intensiv um die pflegebedürftigen Menschen zu kümmern, ergänzt Pflegedirektorin Syelle Dörschner.

„Ungefähr 30 Prozent der Arbeitszeit geht mit Verwaltung drauf“, betont in diesem Zusammenhang Katrin Steinbrück, Beauftragte für innerbetriebliche Fortbildung. „Wir haben einen gesellschaftlichen Auftrag zu erfüllen,“ erklärt Hauschildt. „Wir werden alle einmal alt und benötigen irgendwann ambulante oder stationäre Pflege. Deshalb brauchen Pflegekräfte bessere gesellschaftliche Anerkennung, nur so können wir Menschen für das Berufsbild gewinnen.“ Dazu gehörten auch eine qualifizierte Ausbildung und attraktive Aufstiegsmöglichkeiten, sagte er weiter. „Das sollte uns die Altenpflege wert sein.“

Geschäftsführer Carsten Steinbrügge: „Jeder Mensch möchte am Ende seines Lebens in Würde gepflegt werden. Es darf nicht vom Geldbeutel abhängen, ob man sich das leisten kann.“


zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen