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Schleswiger Nachrichten

18. Oktober 2017 | 11:33 Uhr

Domschule : Roboter bauen als Schulfach

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Domschule in Schleswig wurde im November als „MINT-freundliche Schule“ zertifiziert. Ein Grund dafür war auch das dort gelehrte Schulfach „Robotik“, das Schüler bereits seit drei Jahren wählen können.

von
erstellt am 29.Jan.2014 | 07:45 Uhr

Die Umzugskoffer sind zwar noch nicht gepackt, aber im März soll es endlich so weit sein. Dann sollen die Naturwissenschaften ihr neues Zuhause an der Domschule erhalten. „Mit dem Neubau wollen wir einen zusätzlichen Akzent setzen“, sagt Georg Reußner, der als Schulleiter den naturwissenschaftlichen Schwerpunkt im Schulprogramm mit gefestigt hat. Duftmarken wie der Neubau, der sechs Fachräume beinhalten soll, oder die Schüler-AG für Astronomie trugen sicherlich dazu bei, dass die Schule im vergangenen Jahr als „MINT-freundliche Schule“ zertifiziert wurde, was für einen verstärkten Fokus in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik steht.

Das Gymnasium wurde als eine von zwei Schulen in Schleswig-Holstein ausgezeichnet. Insgesamt folgen zirka 600 Schulen in Deutschland dem „MINT-Weg“. Als Aushängeschild für ihre technischen Aktionen präsentiert die Schule gern ihr Schulfach Robotik, das für Schüler der neunten Klassen als Wahlpflichtfach existiert. Im Unterricht dreht sich zunächst alles um Legosteine und Motoren. „Die Schüler kaufen sich einen Lego-Bausatz und programmieren dann einen Roboter“, erklärt Hans-Jürgen Boeck, der den Unterricht leitet. Die dazugehörige Software mit dem Namen „NGX“ wird vom Bausteine-Hersteller geliefert. „Mittlerweile sind wir aber schon weiter und benutzen die Programmiersprache ,C++’“, führt Boeck aus.

In der neunten Klasse erfreut sich das Fach, das seit drei Jahren angeboten wird, großer Beliebtheit: „Es war einfach etwas Neues für mich. Hier kann ich die Dinge auch mal selbst anfassen“, berichtet der 14-Jährige Jan. „Sowas kommt in der Schule eigentlich nicht vor“, ergänzt Klassenkamerad Luca (14). Beide arbeiten zurzeit an fahrbaren Robotern, die zum Teil über eine Handy-Applikation gesteuert werden können. Philipp (15) hat dagegen eine Lego-Gitarre gebaut, auf denen er Lieder abspeichern und die einzelnen Töne auch abspielen kann. Der Roboter von Janina und Shari (beide 15), den die beiden Schülerinnen in einer Woche zusammengebaut haben, könnte sogar dazu tanzen, aber ganz soweit sind die beiden noch nicht. „Die Robotik wird unser Leben in der Zukunft bestimmen“, versichert Fachlehrer Boeck. Deswegen sei es für die Schüler nützlich schon früh erste Erfahrungen zu sammeln.

Wer sich auf dem Gebiet weiterbilden möchte, kann auch sein Abitur im Fach Informatik an der Domschule abschließen. „Diese Möglichkeit besteht bei uns seit dem Ende der Achtziger Jahre“, erzählt Schulleiter Reußner. Wer sich nicht auf das Technische konzentrieren möchte, kann sich in der neunten Klasse für das Wahlpflichtfach Nautik/Astronomie entscheiden. „Dabei dreht es sich um das Navigieren ohne technische Hilfen“, erläutert Boeck. Das Gymnasium versteht sich aber auch als „Bühnenschule“ und bietet daher unter anderem viele Möglichkeiten im sprachlichen oder künstlerischen Bereich. Daneben werden schon in jüngeren Jahrgängen Schüler-AGs zu den Themen Umwelt oder Computer angeboten.

Die Auszeichnung „MINT-freundlich“ verdankt die Schule aber nicht nur ihren technischen Errungenschaften. Sechs Domschüler bereiten sich zum Beispiel im Moment auf das Landesfinale der Mathe-Olympiade vor. „Das fördert die Schule auch finanziell“, sagt Boeck. Der 2008 zur Landesgartenschau eröffnete Schulgarten inklusive Imkerei wird häufig in den Biologie-Unterricht eingebunden. „Der Neubau soll jetzt nochmal eine Initialzündung für die Naturwissenschaften sein“, sagt Reußner.

 

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