Schleswig : Ringen um das Stadtmarketing

Werben für die „Sleswigsons“: (v.li.) IGL-Vorsitzender Klaus-Peter Jeß, Stadtmanager Rüdiger Knospe, die1. stellvertretende IGL-Vorsitzende Frauke Vorpahl sowie Arne Hinrichsen und Rolf Jacobsen, die den Anstoß für die neuen Wikingerfiguren gaben.
Werben für die „Sleswigsons“: (v.li.) IGL-Vorsitzender Klaus-Peter Jeß, Stadtmanager Rüdiger Knospe, die1. stellvertretende IGL-Vorsitzende Frauke Vorpahl sowie Arne Hinrichsen und Rolf Jacobsen, die den Anstoß für die neuen Wikingerfiguren gaben.

Interessengemeinschaft Ladenstraße fordert höheres Budget für den Stadtmanager. Lob für die „Slewigsons“.

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23. März 2018, 07:00 Uhr

Welche Zukunft hat das Schleswiger Stadtmarketing? Diese Frage beschäftigte die Interessengemeinschaft Ladenstraße (IGL) am Mittwochabend bei ihrer Jahresversammlung. Man führe Gespräche mit den anderen Gewerbevereinen der Stadt, um das Marketing auf stabilere Beine zu stellen, erklärte der IGL-Vorsitzende Klaus-Peter Jeß. „Wir als IGL sind daran interessiert, dass es weiter ein Stadtmarketing gibt“, betonte er. Jeß regte an, das „nicht gerade üppige Budget“ auszuweiten. Das funktioniere aber nur, wenn auch die Stadt mitzieht. Das Stadtmarketing, das mit weniger als einem sechsstelligen Betrag im Jahr auskommen muss, wird von den Schleswig Paten, der Stadt sowie den Handels- und Gewerbevereinen getragen.

„Marketing kostet nun mal Geld“, stellte Rüdiger Knospe, seit Januar 2015 Geschäftsführer des Stadtmarketings, im Gespräch mit den SN klar. Mit der vorhandenen finanziellen Ausstattung sei es schwierig, manche Projekte umzusetzen. Auch würde er sich wünschen, dass über die Finanzierung des Stadtmarketings nicht immer von Jahr zu Jahr neu entschieden werden muss. Ebenso wichtig sei aber auch die ideelle Unterstützung aus Reihen der Wirtschaft. Bei manchen Aktionen wünschte er sich mehr Rückhalt, sagt Knospe.

Ob er über das Jahresende hinaus Stadtmanager bleiben wird, das ließ der 64-Jährige offen. Zwar sei er schon wesentlich länger im Amt als ursprünglich gedacht. Aber wenn er weiter gebraucht werde, könne er sich eine Verlängerung seines Vertrags vorstellen, erklärte Knospe. Denn das Stadtmarketing sei für ihn nach wie vor eine „Herzensangelegenheit“.

Vor den anwesenden IGL-Mitgliedern warb Knospe am Mittwochabend für die „Sleswigsons“. „Ich finde die Figuren klasse. Wir müssen das Thema Wikinger in die Stadt bringen“, sagte er. Zuvor hatten die beiden Geschäftsleute Arne Hinrichsen und Rolf Jacobsen, die die Idee für die knollnasigen Wikingerfiguren hatten, ihr Projekt vorgestellt. Knospe lobte die private Initiative ausdrücklich. „Das tut unserer Stadt gut.“ Zugleich kritisierte er, wie in Teilen der Öffentlichkeit über die „Sleswigsons“ diskutiert werde. „Ich habe kein Verständnis für das Genörgel, Gemecker und Gejammere von Leuten, von denen selbst nichts kommt.“

Gefallen an den künftigen Imageträgern in der Innenstadt hat auch Klaus-Peter Jeß gefunden. „Wie so etwas von Touristen angenommen wird, das sieht man an der vielgescholtenen Wikingerbank.“ Die sei längst ein begehrtes Fotomotiv. Vermutlich im Mai sollen die ersten „Sleswigson“-Figuren ausgeliefert werden. Geplant ist, dass Kaufleute sie als Werbeträger vor ihren Geschäften platzieren.

Weniger Gefallen findet der IGL-Vorsitzende am Zustand des teilweise gesperrten Parkhauses am Schwarzen Weg. Dieser schrecke viele Auswärtige ab. Ihm sei bewusst, so Jeß, dass es noch einige Jahre dauern werde, bis ein neues Parkhaus gebaut wird. Klar sei auch, dass dieses dann nicht mehr gebührenfrei sein könne. Die IGL mit ihren 57 Mitgliedern lehne es aber strikt ab, dass noch vor einem Neubau ein Gebührenmodell in der Innenstadt eingeführt wird.

Jeß machte auch keinen Hehl daraus, dass die Kundenfrequenz in der Ladenstraße schwächelt. Das gehe anderen Städten dieser Größenordnung genauso. Mit Aktionen wie den verkaufsoffenen Sonntagen gelinge es aber, gegenzuhalten. An diesem Sonntag haben die Geschäfte im Rahmen der „Schleswiger Blumen- und Heringstage“ geöffnet.

Bei den turnusmäßigen Wahlen wurden der 2. stellvertretende Vorsitzende Thomas Forck und Schriftführer Lars Schomaker in ihren Ämtern bestätigt. Zum Beisitzer wählten die Anwesenden Michael Korioth.

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