zur Navigation springen
Schleswiger Nachrichten

17. Dezember 2017 | 23:12 Uhr

Stadtmuseum Schleswig : Ringen um das Sparkonzept

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Termin für die Neubesetzung der Direktorenstelle ist weiter offen. Reformvorschläge sollen bis spätestens Oktober fertig sein.

von
erstellt am 30.Jan.2016 | 07:01 Uhr

Es ist ein selbst auferlegter Zeitdruck: Ende August geht Stadtmuseums-Direktor Holger Rüdel in den Ruhestand. Bis dahin braucht die Stadtverwaltung einen Plan dafür, wie sich die finanzielle Situation des Museums verbessern lässt. Denn nur wenn es einen solchen Plan gibt, dann wird die Ratsversammlung das Geld für einen neuen Museumschef freigeben. So hatte es die CDU bei den Haushaltsberatungen im Dezember durchgesetzt.

Im Kulturausschuss legte Bürgermeister Arthur Christiansen nun einen Fahrplan für das weitere Vorgehen vor. Das Kernstück: Er möchte eine Lenkungsgruppe einrichten. In ihr sollen Vertreter der Stadtverwaltung und der Kommunalpolitik gemeinsam ein Konzept erarbeiten. Die Ergebnisse, so steht es im Fahrplan, sollen im Oktober im Kulturausschuss diskutiert werden – also wenn Rüdel längst im Ruhestand ist.

Dieser Zeitplan sorgte bei einigen Ausschuss-Mitgliedern für Irritationen. „Ich hielte es für sehr ungünstig, wenn im Stadtmuseum eine Vakanz entstünde“, sagte die Ausschuss-Vorsitzenden Babette Tewes (Grüne). Christiansen versicherte, dass es sein Ziel sei, noch vor den Sommerferien fertig zu werden. Garantieren könne er das aber nicht. Auslöser für die Spardebatte ist eine Untersuchung des Landesrechnungshofes. In internen Gesprächen hatten die Prüfer durchblicken lassen, dass sie beim Stadtmuseum Sparpotenzial sehen – insbesondere im Vergleich zu den Museen der Nachbarstädte. Wo genau dieses Sparpotenzial liegt, das ist jedoch offiziell noch unbekannt. Der Abschlussbericht des Landesrechnungshofes soll zwar demnächst im Rathaus eintreffen. Ein festes Datum dafür gibt es aber nicht. „Wenn der Bericht erst im April kommt, können wir mit der Lenkungsgruppe nicht schon im Juni fertig sein“, argumentierte der Bürgermeister.

Was genau im Stadtmuseum eingespart werden soll – oder wie sich die Einnahmen steigern ließen – , dazu war im Ausschuss bisher nichts zu hören. Dass es ans Eingemachte gehen könnte, das wurde klar, als Holger Rüdel selbst sich in die Diskussion einschaltete. Auf die Frage, ob er der Lenkungsgruppe als Ratgeber zur Verfügung stehe, sagte er: „Es gibt Punkte, wenn es um Einschnitte geht, die sind für mich persönlich schmerzhaft.“ Offen ist, ob die Ratsversammlung das Geld für Rüdels Nachfolger vielleicht doch schon freigibt, bevor ein Reformkonzept vorliegt. SPD-Fraktioschef Stephan Dose, der den Sperrvermerk ohnehin abgelehnt hatte, plädiert dafür. Helge Lehmkuhl (CDU) wollte es zumindest nicht ausschließen: „Wir wollen aber zuerst die richtige Richtung erkennen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen