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Schleswiger Nachrichten

15. Dezember 2017 | 00:30 Uhr

Rettungsschwimmer in Feierlaune

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

60 Jahre DLRG Glücksburg: Oldietreffen, Empfang und Ball zum Jubiläum / Saisonbilanz: Schnittverletzungen durch Muscheln nehmen zu

„Das war schon frisch, das Wasser“, erinnert sich Horst Petersen an seinen Schwimmunterricht bei Jakob Thiesen in den 60er Jahren. Der Schwimmlehrer ruderte damals mit dem Boot auf die Förde vor Glücksburg hinaus und seine Schüler schwammen hinterher.
Jakob Thiesen war Rektor der Glücksburger Grundschule und Hauptbegründer der DLRG in Glücksburg. Sein ehemaliger Schüler Horst Petersen ist seit 22 Jahren Vorsitzender des Vereins. Die DLRG in Glücksburg nimmt sich gerade Zeit für Erinnerungen und zum Feiern, denn der Verein besteht in diesem Herbst seit 60 Jahren. Am kommenden Wochenende finden ein Oldietreffen und ein offizieller Empfang statt. Im Oktober folgt noch ein Ball (alle Termine siehe Kasten). „Nichtschwimmer zu Schwimmern und Schwimmer zu Rettungsschwimmern machen“ sei seit ihrer Gründung im Jahr 1913 in Leipzig das Anliegen der DLRG, erklärt Horst Petersen.

In Glücksburg arbeitete die DLRG zunächst eng mit der Jahn-Schule zusammen, die bis 1986 Sportlehrerinnen ausbildete. 1971 bekam Glücksburg ein neues Wellenbad. Der damalige DLRG-Vorsitzende Michael Noch baute den Schwimmunterricht aus. 1993 musste sich die DLRG im Norden neu aufstellen: Der Landesverband war insolvent. Um die Untergruppen zu retten, trat man die steuerrechtliche Gemeinnützigkeit an sie ab. Glücksburgs DLRG wurde zum eingetragenen Verein. Von 2002 bis 2007 fielen die Mitgliederzahlen in Glücksburg stark. Grund war der Abriss des Wellenbades. 2007 wurde die Fördelandtherme eröffnet, seither steigen die Zahlen wieder: 450 Mitglieder gibt es derzeit, davon 280 Menschen unter 26 Jahren. Die Glücksburger stellen Leistungsschwimmer für den Rettungssport in internationalen Wettkämpfen. Auf Landesebene sind sie seit fünf Jahren ungeschlagen.

Die Strandabschnitte Sandwig und Holnis werden überwiegend von der DLRG Glücksburg besetzt. „Ich behaupte, nahezu jedes Kind in Glücksburg und Umgebung kann nach der 4. Klasse schwimmen“, so Petersen. Derzeit gibt der Verein vermehrt Flüchtlingen Unterricht. Angst macht Petersen die Unsicherheit um den Fortbestand der Fördelandtherme. 2022 bestehe die Gefahr der Schließung, weil dann die Bindung der Landeszuschüsse wegfalle. Das Land hatte die Therme mit sieben Millionen Euro bezuschusst unter der Auflage, dass sie bis 2022 laufen muss.

Immer wieder mahnt Petersen bei der Stadt eine Unterkunft für die Rettungsschwimmer in Sandwig an. Die ehemaligen Diensträume des Zolls wären geeignet, werden aber derzeit als Lagerräume vom Strandbistro genutzt. „Wir organisieren die Besetzung von Sandwig mit Einheimischen selbst. Das spart der Stadt viel Geld, zum Beispiel teure Anfahrtswege und Beherbergungskosten. Dennoch kommen nicht alle Rettungsschwimmer aus Glücksburg. Wir brauchen einen Schlafplatz vor Ort“, erklärt Petersen.

Die Saison sei durchschnittlich verlaufen, lautet seine Bilanz: Vor Holnis habe es einige Einsätze wegen abgetriebener Surfer gegeben. Sieben Mal musste ein Rettungswagen gerufen werden. Derzeit mehrten sich Schnittverletzungen durch Muscheln am Strand von Sandwig. Schuld an der Muschelzunahme sei das strömungsbedingte Abspülen des Sandes.


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