Borgwedel : Rettungsboot für die Feuerwehr

Wenn die Saison beginnt, wird das Borgwedeler Feuerwehrboot zu Wasser gelassen.
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Wenn die Saison beginnt, wird das Borgwedeler Feuerwehrboot zu Wasser gelassen.

Die Feuerwehr Borgwedel hat jetzt ein eigenes Boot. Es hat eine besondere Geschichte.

shz.de von
30. Januar 2018, 14:28 Uhr

Die Situation für die Wasserrettung auf der Schlei im Bereich der Großen Breite war für die Feuerwehr Borgwedel mit den vorhandenen Mitteln alles andere als zufriedenstellend. Die Wehr wurde in den vergangenen Jahren mehrfach zu Einsätzen gerufen, konnte aber nur vom Ufer aus untätig zuschauen.

Die nächsten Boote, die für eine Wasserrettung zur Verfügung stehen, sind bei der Schleswiger Feuerwehr und bei der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Schleswig untergebracht. Im Fahrdorfer Gerätehaus steht ein Boot für den Einsatz bei Ölunfällen bereit. Die Anfahrt dieser Boote aus Schleswig dauert 30 Minuten – für eine im Wasser liegende Person unzumutbar. Um hier Abhilfe zu schaffen, forderten die Borgwedeler Kameraden bereits 2016 die Beschaffung eines eigenen Bootes. Prinzipiell wurde dieses Anliegen von der Gemeindevertretung unterstützt. Sie bat zunächst um Unterstützung beim Kreis Schleswig-Flensburg und beim Land. Es wurden viele Gespräche geführt und Briefe geschrieben, jedoch musste die Gemeinde feststellen, dass am Ende von offizieller Seite keinerlei Unterstützung zu erwarten war.

Nach eingehender Beratung beschloss die Gemeindevertretung im Juli 2017 die Beschaffung des Feuerwehrbootes. Finanziert wurde es aus Spenden, die die Feuerwehr selbst einwarb. Für jeden gesammelten Euro legte die Gemeinde einen Euro dazu. Bis zum Jahresende konnte die Kameraden so Spenden in Höhe von insgesamt 11 466 Euro sammeln.

So sah das Boot vorher aus: Die Borgwedeler Kameraden haben es in Eigenarbeit wieder hergerichtet.
So sah das Boot vorher aus: Die Borgwedeler Kameraden haben es in Eigenarbeit wieder hergerichtet.
 

Die Kameraden haben Mitte vergangenen Jahres ein ehemaliges THW-Boot ebenfalls als Spende bekommen und es in vielen Arbeitsstunden hergerichtet. Es hat einen Kran, mit dem eine Person aus dem Wasser gerettet werden kann. Die sogenannte Lenzpumpe ist so bemessen, dass man damit sogar kleinere Brände löschen kann. Für die benötigte Schnelligkeit auf dem Wasser sorgt ein 60 PS starker Motor.

Eine kleine Gruppe von Feuerwehrleuten hat außerhalb der regulären Dienste das Boot von Grund her neu aufgebaut. Unter fachkundiger Anleitung eines Bootsbauers und zweier Metallbauer wurde aus dem ehemaligen THW-Boot ein einsatzfähiges Feuerwehrboot. Diese Maßnahme hat nicht nur die Kameradschaft gefördert, sondern sorgt auch für eine weitere Attraktivität in der Feuerwehr, denn auch die Ausbildung zum Bootsführer kann man jetzt dort erlernen.

Das Boot hat seinen festen Liegeplatz in der Marina Borgwedel und soll die Ausrücke- und Rettungszeit erheblich verkürzen. „Wir können uns als Gemeinde mit drei Segelhäfen, einer Marina und einer Jugendherberge direkt am Wasser hier nicht der Verantwortung entziehen. Eine Gemeinde und Region, die mit Wassertourismus wirbt und davon lebt, kann sich nicht am Büfett laben, aber beim Bezahlen drücken“, betonte der Bürgermeister Holger Weiß jetzt in seiner Rede bei der Präsentation des Bootes.

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