Mittelangeln : Rettung für Satrups Schwimmbad

„Das Bad ist Chefsache“: Bürgermeisterin Britta Lang will das Satruper Schwimmbad dauerhaft sichern.
„Das Bad ist Chefsache“: Bürgermeisterin Britta Lang will das Satruper Schwimmbad dauerhaft sichern.

Nach Auflösung des Betreibervertrages: Satrup setzt auf Eigenregie, neue Strukturen und viel ehrenamtliches Engagement.

shz.de von
24. Mai 2018, 10:04 Uhr

In Satrup hat der Badespaß bereits begonnen: „Mach Dir den Sommer, wie er Dir gefällt!“, lautet die Aufforderung auf der Internetseite des örtlichen Freibades und bei strahlendem Sonnenschein tummeln sich tatsächlich schon zahlreiche Badegäste in den beheizten Fluten.

Am Beckenrand steht Bürgermeisterin Britta Lang. Ihre Freude am Schwimmbad ist trotz fröhlicher Kulisse momentan getrübt. Ende des vergangenen Jahres präsentierte der externe Bad-Betreiber – die Nord Bäder GmbH – der Gemeinde eine erhebliche finanzielle Nachforderung, um das Bad auch künftig zu betreuen. Der gemeindliche Krisenstab mit Bürgermeisterin Lang an der Spitze erarbeitete daraufhin eine Übergangslösung für 2018 – mit der Bereitschaft höhere finanzielle Beiträge zu leisten. „Ohne diese Lösung wäre das Bad 2018 geschlossen geblieben“, davon ist die Bürgermeisterin überzeugt.

In einem zweiten Schritt beschloss die Gemeinde dann die Vertragsauflösung mit dem Betreiber und die Vorgabe, ab der Saison 2019 das Freibad wieder in eigener Regie zu betreiben. So wollen die Satruper ihr Bad dauerhaft für Mittelangeln sichern. „Dauerhaft sichern“ – das heißt für die Gemeinde, einen bestimmten Kostenrahmen nicht zu überschreiten. Bei einem jährlichen Zuschussbedarf von rund 250 000 Euro sind dem allerdings enge Grenzen gesetzt.

„Ich habe mich in anderen Gemeinden mit Freibädern umgehört, wie die Bäder dort gemanagt werden“, berichtet Britta Lang. Ihr Ziel ist eine umfassende Neustrukturierung, die der neuen Gemeindevertretung vorgestellt werden soll. Danach sollen auch die Öffnungszeiten geändert werden. Dauerkartenbesitzer werden die Frühbadezeiten zwischen 6.30 Uhr und 10 Uhr nutzen können. Von 10 Uhr bis 13 Uhr erhalten die Schulen Badezeiten und erst ab 13 Uhr bis 19 Uhr steht das Bad der Öffentlichkeit zur Verfügung. Von 19 Uhr bis 20.30 Uhr kommen dann exklusiv die Vereine zum Zuge. Ziel dieser Veränderung ist die Reduzierung der Arbeitsstunden für eine Badeaufsicht. Diese muss nur noch zwischen 13 und 19 Uhr präsent sein. Die Wartung der technischen Anlagen, sowie die Prüfung der Wasserqualität wird der gemeindliche Bauhof übernehmen.

In Gesprächen mit der Ortsgruppe der DLRG wurde bereits die Bereitschaft der Wasserretter deutlich, sich ab dem kommenden Jahr stärker ehrenamtlich zu engagieren und auch die Ausbildung zu intensivieren. „Die Aktivitäten der DLRG-Mitglieder sind für den Weiterbetrieb des Freibades ein wichtiger Baustein“, unterstreicht Bürgermeisterin Lang, die im ehrenamtlichen Engagement eine wichtige Säule sieht. Dazu gehören auch der Förderverein und die neue Schwimmsparte des TSV Nordmark.

In der Verwaltung werde man sich darüber hinaus Gedanken über eine neue Betriebsform für das Freibad machen. „Vielleicht ergeben sich in diesem Bereich ja Synergieeffekte mit anderen kommunalen Bad-Betreibern“, hofft die Bürgermeisterin. Im Rahmen der Städtebauförderung werde auch über eine Attraktivitätssteigerung des Freibades nachgedacht.

„Ohne bürgerschaftliches Engagement ist das Freibad nicht zu halten“, betont Bürgermeisterin Britta Lang und unterstreicht, dass das Freibad „Chefsache“ ist.

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