Rentner-Truppe hofft auf junge Mitbewohner

Das Team von 'Leven int Huus' hat  ein fertiges Konzept. Außer jüngeren Mitstreitern suchen sie auch eine passende Immobilie 'in einem lebendigen Schleswiger Stadtteil'. Foto: wel
Das Team von "Leven int Huus" hat ein fertiges Konzept. Außer jüngeren Mitstreitern suchen sie auch eine passende Immobilie "in einem lebendigen Schleswiger Stadtteil". Foto: wel

Das generationenübergreifende Wohnprojekt "Leven int Huus" steht in den Startlöchern

shz.de von
25. Mai 2013, 03:59 Uhr

Schleswig/Schleswig | "Hier in Schleswig fühlen wir uns eher wie Exoten oder Pioniere", sagt Dieter Karstens. Mit 14 Gleichgesinnten möchte er das Wohnprojekt "Leven int Huus" auf die Beine stellen und mehrere Generation in einem Zuhause zusammenbringen. Die Interessengemeinschaft, die sich mit diesem Ziel gründete und ein Jahr an einem entsprechenden Konzept arbeitete, besteht bisher allerdings nur aus der Altersgruppe Ü50. Das ist in den Augen von Bärbel Karstens nicht verwunderlich, die ältere Generation habe schließlich mehr Zeit, sich mit den Planungen zu beschäftigen. Aber jetzt, wo es konkreter wird, hofft die Interessengemeinschaft auf Zuwachs durch jüngere Paare, Singles und Familien, besonders Alleinerziehende. "Die Rentner haben was anzubieten und die jungen Leute haben frische Ideen und Muskelkraft", fasst es Bärbel Karstens zusammen. Entstehen soll eine generationenübergreifende Wohngemeinschaft mit 15 Parteien. Selbstständigkeit in abgeschlossenen Wohnungen ist dabei aber genau so wichtig, wie das Zusammenleben in Gemeinschaftsräumen oder dem Garten. Gründe für diesen Schritt hat die Interessengemeinschaft viele: Einen altersgerechten und kinderfreundlichen Wohnsitz selbst zu bestimmen, die Nachbarn - oder im weiteren Sinne "Mitbewohner" - selbst aussuchen zu können, nicht mehr alleine zu sein, aber trotzdem Rückzugsmöglichkeiten und seine Privatsphäre zu haben und sich gegenseitig unterstützen zu können. "Wir wollen auf unseren eigenen Beinen und nicht mit den Füßen voran oder mit Hilfe von Rollatoren unsere Häuser verlassen", ergänzt Dieter Schilling (im Bild rechts).

An drei Orten, wo diese Form des Zusammenlebens schon funktioniert, hat sich die Gruppe bereits umgeschaut, "damit wir nicht die gleichen Fehler machen". Der nächste Schritt ist nun die Suche nach einem passenden Objekt oder Grundstück: 2000 Quadratmeter Land und darauf 1000 Quadratmeter Wohnfläche sind gewünscht. Der zukünftige Wohnort soll zentral, aber verkehrsberuhigt in einem lebendigen Schleswiger Stadtteil mit guter Infrastruktur liegen. Wenn diese Suche mit Erfolg gekrönt ist, wird die Finanzierung geplant. Dass es bis dahin allerdings noch ein Weilchen dauern könnte, ist den Senioren bewusst: "Am liebsten würden wir schon morgen einziehen, aber realistisch sind wohl noch zwei oder drei Jahre. "

DAZU BILD: wel-mehrgenerationenhaus

"Hier in Schleswig fühlen wir uns eher wie Exoten oder Pioniere", sagt Dieter Karstens (dritter von rechts). Mit 14 Gleichgesinnten möchte er das Wohnprojekt "Leven int Huus" auf die Beine stellen und mehrere Generation in einem Zuhause zusammenbringen. Die Interessengemeinschaft, die sich mit diesem Ziel gründete und ein Jahr an einem entsprechenden Konzept arbeitete, besteht bisher allerdings nur aus der Altersgruppe Ü50. Das ist in den Augen von Bärbel Karstens (zweite von links) nicht verwunderlich, die ältere Generation habe schließlich mehr Zeit, sich mit den Planungen zu beschäftigen. Aber jetzt, wo es konkreter wird, hofft die Interessengemeinschaft auf Zuwachs durch jüngere Paare, Singles und Familien, besonders Alleinerziehende. "Die Rentner haben was anzubieten und die jungen Leute haben frische Ideen und Muskelkraft", fasst es Bärbel Karstens zusammen.

Entstehen soll eine generationsübergreifende Wohngemeinschaft mit 15 Parteien. Selbstständigkeit in abgeschlossenen Wohnungen ist dabei aber genau so wichtig, wie das Zusammenleben in Gemeinschaftsräumen oder dem Garten. Gründe für diesen Schritt hat die Interessengemeinschaft viele: Einen altersgerechten und kinderfreundlichen Wohnsitz selbst zu bestimmen, die Nachbarn - oder im weiteren Sinne "Mitbewohner" - selbst aussuchen zu können, nicht mehr alleine zu sein, aber trotzdem Rückzugsmöglichkeiten und seine Privatsphäre zu haben und sich gegenseitig unterstützen zu können. "Wir wollen auf unseren eigenen Beinen und nicht mit den Füßen voran oder mit Hilfe von Rollatoren unsere Häuser verlassen", ergänzt Dieter Schilling (rechts im Bild).

An drei Orten, wo diese Form des Zusammenlebens schon funktioniert, hat sich die Gruppe bereits umgeschaut, "damit wir nicht die gleichen Fehler machen." Der nächste Schritt ist nun die Suche nach einem passenden Objekt oder Grundstück: 2000 Quadratmeter Land und darauf 1000 Quadratmeter Wohnfläche sind gewünscht. Der zukünftige Wohnort soll zentral aber verkehrsberuhigt in einem lebendigen Schleswiger Stadtteil mit guter Infrastruktur liegen. Wenn diese Suche mit Erfolg gekrönt ist, wird die Finanzierung geplant. Dass es bis dahin allerdings noch ein Weilchen dauern könnte, ist den Senioren bewusst: "Am liebsten würden wir schon morgen einziehen, aber realistisch sind wohl noch zwei oder drei Jahre. "

Infokasten:

Interessierte aller Altersgruppen lädt die Interessengemeinschaft des Wohnprojektes "Leven int Huus" zu den zweiwöchentlichen Treffen (jeden Dienstag in geraden Kalenderwochen) um 19 Uhr im Kibis, Lollfuß 48, ein. Für Rückfragen steht der Sprecher der Interessengemeinschaft Dieter Karstens zur Verfügung: Tel. 0 46 21 / 98 47 49.

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