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Förderzentrum Schleswig-Kropp : Renommierter Bildungspreis für Inklusionsarbeit

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Förderzentrum Schleswig-Kropp erhält am Donnerstag in Hamburg den Jakob-Muth-Preis der Bertelsmann-Stiftung.

von
erstellt am 23.Jan.2014 | 07:45 Uhr

Als Lars Krackert im vergangenen November morgens das Telefon in seinem Büro abnahm, traf ihn der Schock. „Da läuft es einem schon mal kalt den Rücken runter“, sagt der Leiter des Förderzentrums Schleswig-Kropp (FZSK). Dabei war die Nachricht an sich sehr gut, denn am anderen Ende gratulierte ihm die Bertelsmann-Stiftung zum Gewinn ihres Jakob-Muth-Preises. Dieser bundesweit vergebene Förderpreis zeichnet Schulen und Institutionen aus, in denen Kinder mit und ohne Förderbedarf vorbildlich gemeinsam lernen.

Mittlerweile steckt Krackert schon wieder in den Vorbereitungen für das kommende Schuljahr. Nur heute gönnt er sich noch einmal eine Auszeit bei der Preisverleihung in Hamburg. „Diese Auszeichnung ist vor allem eine Wertschätzung unserer Kollegen an den Regelschulen“, erklärt Krackert. Insgesamt betreut sein Zentrum 330 Schüler mit Förder- und Forderbedarf zwischen Böklund bis Erfde. Die Schulen liegen bis zu 50 Kilometer voneinander entfernt. Die Sonderschullehrer sind an 26 Partnerschulen im Einsatz. Die Schulen selbst haben oft nur eine oder keine Fachkraft zur Verfügung.

Eigene Klassen hat das Förderzentrum seit dem vergangenen Jahr nicht mehr. „Das war eine demokratische Entscheidung, die wir zusammen mit den Eltern getroffen haben“, erzählt der Zentrumsleiter. Die Entscheidungsform will er in Zukunft noch ausweiten. Bildung sei schließlich auch immer Beziehungsarbeit. Das gelte auch zwischen den einzelnen Schulen. „Es geht nur in Zusammenarbeit“, weiß Krackert. Das diese im Einzugsgebiet des Zentrums, gut funktioniert, beruhige auch die Eltern.

„Wir sind schon in den Kindergärten gut aufgestellt“, berichtet Kathrin Ruhk. Die Sonderschullehrerin leitet die Sprachkurse am FZSK, die die Schüler in zehn Wochen auf den Unterricht an den Regelschulen vorbereiten sollen. „Durch unsere Präsenz in allen Schularten können wir die Übergänge so problemlos wie möglich gestalten“, sagt sie. Sonderpädagogen am FZSK verbringen zwischen sechs und acht Stunden mit 80 Schülern in der Woche. Insgesamt beschäftigt das FZSK 44 Lehrkräfte. „Als ich anfing hatte man noch 14 Stunden in der Woche für eine Klasse“, erinnert sich die Pädagogin. Heute sind es vier Klassen in einer Stunde. „Das Land hat unsere Ressourcen leider gekürzt“, sagt Krackert. Grund dafür ist der demografische Wandel in der Region, der zu weniger Schülern führt. „Deshalb bekommen wir weniger Lehrer zugeteilt.“

Dieser Preis könne nun aber ein bundesweites Zeichen sein. „An der Bildung darf man nicht sparen“, appelliert Krackert an die politisch Verantwortlichen. Er will die 5000 Euro Preisgeld auch zur Weiterentwicklung seines Zentrums nutzen. Eine Feier mit den Kollegen soll es Mitte Februar aber auch geben.

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