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Schleswiger Nachrichten

23. Oktober 2017 | 08:37 Uhr

Rendsburg: Viel Raum für neue Ideen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Stadt hat jetzt Planungshoheit über das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung der Bundeswehr zurück

von
erstellt am 16.Apr.2015 | 17:51 Uhr

Es war das Ende einer Epoche: Im Dezember 2010 wurde die letzte zivile Behörde der Bundeswehr in der Stadt formal aufgelöst. Das Dienstleistungszentrum (früher Standortverwaltung) in der Kaiserstraße stellte den Dienst ein. Vier Jahre und vier Monate später tut sich auf dem Gelände zwischen Kaiserstraße und Alter Kieler Landstraße wieder etwas – zumindest auf dem Papier. Wie die Stadt Rendsburg per Mitteilungsblatt bekannt gab, fällt die knapp 85  000 Quadratmeter große Fläche in die Planungshoheit der Stadt Rendsburg zurück. Bisher lag diese beim Eisenbahn-Bundesamt, da das Areal vis-à-vis des Kreishauses einst für Bahnzwecke genutzt worden war. Es gehört weiter dem Bund, vertreten durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima).

Was Bauamtsleiter Frank Thomsen als „eher formalen Akt“ ohne konkrete Auswirkungen für Rendsburg bezeichnet, könnte einmal bedeutsam werden. Denn durch den neuen rechtlichen Status sind Verwaltung und Politik in der Lage, für das innerstädtische Terrain einen Bebauungsplan aufzustellen und es Investoren schmackhaft zu machen. „Innerhalb des Zauns der Bundeswehr hatte die Stadt planerisch nichts zu sagen“, erklärt Thomsen, das habe sich jetzt geändert. Die Notwendigkeit, einen B-Plan aufzustellen, bestehe jedoch derzeit nicht. „Es muss einen städtebaulichen Anlass geben.“

Das Gelände ist so groß wie zwölf Fußballfelder und umfasst acht Objekte. Was die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben mit ihnen plant, ist nicht bekannt. Fragen an die Bima-Pressestelle blieben bis gestern Abend unbeantwortet.

Unverändert dürfte die modernste Immobilie bleiben: Das 1999 eingeweihte Hochregallager (Preis damals: 42 Millionen D-Mark) mit dem markanten Runddach dient als überdimensionale Kleiderkammer. Tausende Soldaten in Deutschland beziehen ihre Uniform von dort. Betrieben wird das Lager durch die LH-Bekleidungsgesellschaft, ein Privatunternehmen, an dem der Bund zu einem Viertel beteiligt ist. Am Gebäude Kaiserstraße 19 ist der Kreis interessiert. Es soll zu einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge umgebaut werden. Drei weitere Areale, die in Rendsburg brach liegen:

Obereiderhafen:
Größe: 15  000 Quadratmeter, entspricht zwei Fußballfeldern, Stand: 2842 Tage nach der feierlichen Einweihung des „Hafenquartiers Obereider“ liegt das Gelände nach wie vor brach. Die erste Suche nach Investoren schlug fehl, die zweite kam auf der Zielgeraden zum Erliegen. Streitpunkt ist, ob am Wasser Wohnungen entstehen dürfen.

Gewerbepark „Oktogon“, Größe: 440  000 Quadratmeter, entspricht 61 Fußballfeldern, Stand: In der 2012 an Investoren aus Nordrhein-Westfalen verkauften Ex-Kaserne werden sechs Hallen und Gebäude für gewerbliche oder schulische Zwecke genutzt. 90 Prozent der Mietflächen stehen leer. Solaranlagen am Boden und auf den Dächern erzeugen Strom.

Ehem. Eiderkaserne, Größe: 193  000 Quadratmeter, entspricht 27 Fußballfeldern, Stand: Der Siegerentwurf eines städtebaulichen Realisierungswettbewerbs wird derzeit in konkretes Baurecht umgemünzt. Es sieht bis zu 387 Wohneinheiten vor. Wann die Erschließung beginnt, steht noch nicht fest, möglicherweise im Herbst. Die ersten Häuser könnten 2016 entstehen.

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