zur Navigation springen
Schleswiger Nachrichten

24. Oktober 2017 | 10:18 Uhr

Schleswig : Rekord-Spende der Rotarier

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Zum 20-jährigen Bestehen: Gottorfer Serviceclub unterstützt vier Einrichtungen aus der Stadt und der Region mit jeweils 5000 Euro.

von
erstellt am 22.Feb.2017 | 06:30 Uhr

Zu seinem 20. Geburtstag hat es der Rotary-Club Schleswig/Gottorf richtig krachen lassen. Aber nicht mit einer großen Party. Im Gegenteil: Diese viel ausgesprochen bescheiden aus. Stattdessen öffnete der Service-Club die Vereinsschatulle und schüttete reichlich Spendengelder aus. Insgesamt 20  000 Euro gehen an vier Vereine und Verbände aus der Stadt und die Region. Viel Geld, das gestern bei einer kleinen Feierstunde im Hotel Waldschlösschen symbolisch übergeben wurde.

„Wir haben uns gedacht, dass wir unser 20-jähriges Bestehen dazu nutzen, um Initiativen zu unterstützen, die es verdient haben. Und dann haben wir einfach drei Nullen an die 20 gehängt“, erzählte die Vize-Präsidentin des Rotary-Clubs, Heda Silbernagel, die den erkrankten Präsidenten Frank Zarp vertrat. Man habe sich lange überlegt, wie man diese stattliche Summe verteile und wer davon profitieren solle. Am Ende entschieden sich die Vereinsmitglieder um Gunnar Motullo, der sich unter anderem um die Verteilung von Spendengeldern kümmert, für vier Empfänger, die nun jeweils 5000 Euro bekamen: die Jugendstiftung Winkler mit dem Kinderspielzentrum im Friedrichsberg, die Schleswiger Tafel, die Stadtteilzentren in St. Jürgen (Awo) und im Friedrichsberg (Schutzengel e.V.) sowie die Jugendfeuerwehren im Kreis Schleswig-Flensburg.

„Wir sind unheimlich stolz darauf, dass wir zu den vier Organisationen gehören, die mit einer Spende bedacht wurden“, freute sich Tafel-Leiterin Cathérine Matzen. Die 5000 Euro könne die Einrichtung, die wöchentlich fast 300 bedürftige Familien mit Lebensmitteln versorgt, gut gebrauchen. Einerseits zum Ankauf von Lebensmitteln. Denn die Tafel bekomme zwar zahlreiche Spenden von Supermärkten aus der Region, allerdings handelt es sich meist nur um verderbliche Ware, die aus den Regalen raus muss. „Grundnahrungsmittel, die sehr lange haltbar sind, wie etwa Zucker, Mehl und Öle, bekommen wir allerdings deutlich weniger“, sagte Matzen. Deswegen wolle man einen Teil des Geldes nutzen, um deren Bestände aufzufüllen. Zudem plant die Tafel die Anschaffung von neuen Computern, da man die Kunden (sie müssen regelmäßig ihre Bedürftigkeit nachweisen) bislang noch auf Karteikarten führe.

Dass die Mitarbeiter der Einrichtung eine ganze Menge zu leisten haben, ist auch den Gottorfer Rotariern aufgefallen. Deswegen hatten sie für die rund 60 Ehrenamtler eine weitere Überraschung parat: Sie werden bei der nächsten Sitzung des Serviceclubs allesamt zum Abendessen eingeladen.

Auch den Vertretern der Jugendstiftung Winkler war die Freunde über die 5000-Euro-Spende deutlich anzusehen. Denn auch die Einrichtung im Friedrichsberg kann das Geld gut gebrauchen, wie Vorstand Claus Ehrich erklärte. Denn die Zeiten, in denen eine Stiftung von den Zinsen ihres Kapitales leben könne, seien längst vorbei. Inzwischen betreue man in der Erikstraße täglich mehr als 60 Kinder. „Das sind so viele, dass der Platz längst nicht mehr ausreicht“, sagte Ehrich. Deshalb denke man inzwischen laut über eine Erweiterung der Räume nach. Erste Pläne wurden bereits mit dem städtischen Bauamt abgesprochen. „Aber der Betrieb muss auch so weitergehen, und das kostet. Unsere Erzieher wollen natürlich auch Geld verdienen“, sagte Ehrich, der die Nachfolge des im vergangenen Jahr verstorbenen Namensgeber Professor Rainer Winkler angetreten hatte. „Nach dessen Tod hatten wir zunächst befürchtet, dass uns viele Spenden wegbrechen. Aber das ist zum Glück nicht der Fall. Wir sind auf sie angewiesen.“

Das gilt zu großen Teilen auch für die beiden Schleswiger Stadtteil-Zentren, die in einer Trägergemeinschaft aus Awo und dem Verein Schutzengel betrieben werden. „Wir begleiten schwangere Frauen und junge Familien, die Probleme haben – egal welche“, erklärte Schutzengel-Geschäftsführer Volker Syring, der die Spende gemeinsam mit seiner Kollegin von der Awo, Maren Korban, und deren Vorsitzendem Karsten Reimer entgegennahm. „50 Prozent der Kinder aus den Stadtteilen St. Jürgen und Friedrichsberg sind von Armut bedroht und genau so viele haben Sprachstörungen“, betonte Syring.

Für die Jugendfeuerwehren nahm schließlich Kreisjugendwart Ralf Hansen die Spende entgegen. 964 Mitglieder in 35 Jugendwehren seien zurzeit kreisweit aktiv. „Das ist eine enorm wichtige Arbeit, denn aus diesem Kreis kommen in der Regel die Feuerwehrmänner und -frauen der Zukunft“, betonte Hansen. Im vergangenen Jahr profitierten die Wehren auf diese Weise von 59 neuen Aktiven, „die bereits super ausgebildet sind“. Die 5000 Euro wolle man deshalb für die Aus- und Weiterbildung der Jugendgruppenleiter nutzen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen