Ausstellung in Schleswig : Reisebilder aus Polen

Claus Vahle, Heidi Scheibel und Karin Palisaar (v.l.) gehören zu den zehn Künstlern, die ihre Bilder zeigen.
Claus Vahle, Heidi Scheibel und Karin Palisaar (v.l.) gehören zu den zehn Künstlern, die ihre Bilder zeigen.

Der Schleswiger Kunstverein eröffnet heute seine neue Gemeinschafts-Ausstellung im Helios-Klinikum.

shz.de von
08. Juni 2018, 07:00 Uhr

„Leba war besonders in den 1920er Jahren ein beliebter Ort für Künstler, wie Max Pechstein oder Georg Gross“, erklärt Annegret Vahle, zweite Vorsitzende des Schleswiger Kunstvereins, die Gründe für die Malreise des Vereins nach Polen im vergangenen Jahr. Die dort entstandenen und inspirierten Werke werden ab heute im Foyer des Helios-Klinikums präsentiert.

Um 19 Uhr wird die Gruppenausstellung „Eine Malreise nach Leba“ in der Magistrale, dem großen Flur im Erdgeschoss, feierlich eröffnet. Zehn Mitglieder des Schleswiger Kunstvereins zeigen insgesamt 34 Werke, die im Kontext dieser Kunstreise entstanden sind. Vom Ölgemälde über die Skizze bis hin zur Collage ist alles dabei.

Die jährlichen Kunstreisen des Vereins konzentrieren sich in der Regel auf die Besichtigung interessanter Kunstausstellungen oder Architektur. „Diese Reisen sind sehr beliebt. Im Vorfeld gewinnen wir fast jedes Mal drei bis fünf neue Mitglieder, die alle sehr begeistert sind“, sagt Vorsitzender Jürgen Wind und fügt an: „Mit der Reise nach Polen wollten wir diesmal aber wieder selbst künstlerisch tätig werden.“

Auf den Spuren von Max Pechstein und Georg Grass haben die Vereinsmitglieder den Charme der Landschaft von Leba, einem polnischen Seebad an der Ostsee Pommerns, selbst erleben können. Ein wiederkehrendes Motiv der dabei entstandenen Werke ist die Lontzkedüne. „Es ist unglaublich schwierig, diesen weißen Sand bildlich festzuhalten“, sagt Annegret Vahle über die beeindruckende pommersche Wanderdüne. „Besonders spannend ist auch die Veränderung, da sie um die acht Meter pro Jahr wandert und manchmal 40 und anderntags 47 Meter an Höhe misst“, fügte sie hinzu. In den 1930er-Jahren hatte die Düne eine Tanzschule und auch einige Bäume auf ihrem Weg verschlungen. „Was Jahre später wieder von der wandernden Düne entlassen wird, wie kaputte Gebäude und dehydrierte Bäume, wirkt wie ein imposantes Mahnmal“, beschreibt Wind die Faszination dieses Naturschauspiels.

„Genau wie die Wanderdüne ist auch unsere Ausstellung gewandert“, schildert Vorstandsmitglied Hans-Peter Scheibel. Bereits in Leba hätten die Mitglieder zusammen mit dem örtlichen Kunstverein die entstandenen Aquarelle und Skizzen ausgestellt.

Die Werke, die man nun ab heute im Helios-Klinikum bewundern kann, sind während der Reise oder direkt im Anschluss daran entstanden. Karin Palisaar erstellte während des Besuches des Freilichtmuseums in Schwolowo einige Aquarelle, während Heidi Scheibel sich Fotos als Vorlage für ihre Ölgemälde genommen hat, die sie später in ihrem Atelier anfertigte. Annegret und Claus Vahle haben neben aktuellen auch ältere Werke zu der Ausstellung beigesteuert, die während vergangener Besuche in Leba entstanden sind.

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