Mehr Präsenz auf allen Ebenen : Reichlich Zuwachs für das Schleswiger Polizeirevier

Revierleiter Ferdinand Frenzer mit Polizei-Nachwuchs:  Die 21jährige Svenja Ladwig ist eine von 16 neuen Kollegen, die seit dem vergangenen Herbst die Reihen der Schleswiger Polizei stärken.
Revierleiter Ferdinand Frenzer mit Polizei-Nachwuchs: Die 21jährige Svenja Ladwig ist eine von 16 neuen Kollegen, die seit dem vergangenen Herbst die Reihen der Schleswiger Polizei stärken.

Das Revier Schleswig mit seinen Polizeistationen hat 16 neue Kollegen bekommen.

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14. Februar 2020, 17:27 Uhr

Schleswig | Die Schleswiger Polizei freut sich über Nachwuchs-Segen: 16 junge Kolleginnen und Kollegen, die ihre Polizeiausbildung erfolgreich absolviert haben, stärken die Reihen des Reviers mit den dazugehörigen Polizeistationen in Kropp, Silberstedt, Erfde, Busdorf und Böklund.

Endlich Überstunden abbauen

16 Berufsanfänger auf einen Schlag – wie wirkt sich diese enorme Personal-Auffrischung auf die Arbeit der Polizei aus? Revierleiter Ferdinand Frenzer (58) zeigt sich sehr zufrieden und sagt: „Wir freuen uns über die Aufstockung, die uns das Land gewährt hat, als im vergangenen Herbst 500 zusätzliche Polizeistellen eingerichtet wurden.“ Denn dadurch könne man nun mehr polizeiliche Präsenz auf verschiedenen Ebenen zeigen. Zudem sei es möglich, „endlich Überstunden abzubauen und die starke Beanspruchung durch Nacht- und Wochenendschichten auf ein verträgliches Maß zu reduzieren“.

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Allerdings fällt die Personalverstärkung doch nicht ganz so heftig aus, wie die Zahlen auf den ersten Blick vermuten lassen. Denn zeitgleich sind dem Polizeirevier Schleswig zehn Bedienstete durch Pensionierungen oder Versetzungen abhanden gekommen. Bleibt also unterm Strich ein Plus von insgesamt sechs zusätzlichen Stellen.

Dennoch eine ungewöhnliche Situation: Ältere erfahrene Polizeibedienstete sind gegangen und 16 junge Berufsanfänger nun an ihre Stelle getreten. Entstehen dadurch Probleme im täglichen Arbeitsablauf der Polizei? „Anfangs waren wir auch etwas skeptisch“, sagt Frenzer. Aber jetzt, nach den ersten Monaten der Zusammenarbeit, sei man wirklich sehr angetan von der Motivation und dem Einsatz der neuen Kollegen. „Skepsis ist da schnell verflogen“, betont er. Es laufe „richtig gut“.

Revierleiter Frenzer lobt praxisnahe Ausbildung

Einer der Gründe dafür ist nach seinen Worten wohl die „wesentlich praxisbezogenere Ausbildung bei der Polizei“ im Vergleich zu früher. So seien auch frisch ausgebildete Polizeikollegen bereits kurz nach Beendigung ihrer Ausbildung gut einsetzbar. Und falls doch Fragen auftauchen sollten, haben sie während ihrer Schichtdienstarbeit zu jeder Zeit einen erfahrenen Dienstgruppenleiter als Ansprechpartner zur Seite.

Eine der Neuen: Svenja Ladwig aus Bredstedt

Svenja Ladwig aus Bredstedt, 21 Jahre, ist eine der 16 frisch ausgebildeten Neuankömmlinge im Schleswiger Polizeirevier. Mit 18 hat sie Abitur gemacht, jetzt tritt sie hier den gehobenen Dienst an. Wie sie auf die Idee kam, Polizistin zu werden? „Ich habe ein Schulpraktikum bei der Polizei in Husum gemacht“, erzählt sie, „bin da eine Woche lang mitgelaufen – und die Arbeit hat mir sehr gut gefallen.“ Ihre Mutter habe sich anfangs zwar ein wenig gesorgt, als sie zur Polizei ging, aber: „Jetzt sind zu Hause alle doch ganz stolz auf mich“, lächelt Svenja Ladwig und zupft an ihrer kiloschweren Sicherheitsweste, die sie über dem Pullover trägt.

Angst vor Einsätzen habe sie nicht, sagt sie. Zwar sehe sie sich als einen eher zurückhaltenden Menschen, „doch im Dienst weiß ich genau, was zu tun ist, und ich gehe gern auf Menschen zu.“ Was sie an ihrem Polizeiberuf mag? „Er ist sehr abwechslungsreich, man weiß am Morgen nie, was alles am Tag passieren wird.“

In den nächsten drei Jahren weiterer Zuwachs

Die Personalstärke sieht demnach im Polizeirevier Schleswig so aus: Ausgehend von jetzt 62 Vollzeitstellen soll diese Zahl im Laufe der nächsten drei Jahre auf insgesamt 73 anwachsen. Das ist der Plan der Landespolizei.

Auch die fünf zum Revier zählenden Polizeistationen bekommen Verstärkung: In Kropp kommen zu den bestehenden neun Stellen zwei dazu, in Silberstedt zu den sieben Stellen noch eine weitere, in Erfde zu bisher fünf noch zwei, in Busdorf ebenso, und die Polizeistation Böklund erhält zu den sechs Vollzeitstellen eine weitere dazu.

Mehr Präsenz auf der Straße

Eine erkennbar erstarkte Polizei – welche Auswirkungen hat das für die Bürger? „Es versetzt uns in die Lage, mehr Präsenz zu zeigen“, meint Frenzer. So werde man wieder mehr Streife fahren können. „Und die Kollegen werden häufiger zu Fuß in der Innenstadt, aber ebenso in Wohngebieten am Stadtrand unterwegs sein – und dabei ansprechbar für Probleme der Bürger sein“, erklärt der Polizeichef. Zudem möchte er die Präventionsarbeit in den Schulen verstärkt aufnehmen.

Ins Auge gefasst hat Frenzer das Ziel, die „verlässliche Bürgersprechstunde“ im Dienstgebäude an der Friedrich-Ebert-Straße auszubauen.

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