Anne Paysen-Petersen : Realistische Bilder mit mythischem Touch

Anne Paysen-Petersen stellt ihre Bilder ab heute im Helios-Klinikum aus.
Anne Paysen-Petersen stellt ihre Bilder ab heute im Helios-Klinikum aus.

Ab Freitag sind im Schleswiger Helios-Klinikum Werke der früheren Lornsenschul-Lehrerin Anne Paysen-Petersen zu sehen.

shz.de von
23. August 2018, 16:23 Uhr

Ein gemalter Ausflug in die Mythologie steht für Kunstinteressierte heute Abend im Foyer des Helios-Klinikums auf dem Programm. Unter dem Motto „Mächte und mehr“ zeigt der Schleswiger Kunstverein 45 Werke aus dem Atelier der Künstlerin Anne Paysen-Petersen, deren Bogen sich von altgriechischen und germanischen Mythen über Naturbildnisse bis hin zu Landschaften spannt.

Anne Paysen-Petersen ist in Schleswig keine Unbekannte: Sie war 1961 als Assessorin an die Lornsenschule gekommen und hat dort 36 Jahre lang als Kunsterzieherin ungezählte Klassen unterrichtet. Zur Ausbildung war die gebürtige Dresdnerin zunächst an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst eingeschrieben, musste dann aber an die dortige Uni wechseln. „Ich tat dies auf Druck des DDR-Staates und studierte dort unter anderem Malerei fürs Lehrfach.“ Einer ihrer Lehrer, Wolfgang Mattheuer, begeisterte sie für das Malen. „Damals war alles Realismus pur“, das habe dem Geist der Zeit entsprochen, sagt Paysen-Petersen. Thematisch wurden sozialistische Motive, vor allem aus der Arbeitswelt, vorgezogen. Nach fünfjährigem Studium habe sie ihre Prüfungsarbeit vorgelegt: „Das war eine größere Plastik und zeigte einen zum Wurf ausholenden Knaben.“ Die Vorliebe für Mythen habe sie vor allem durch die Lektüre von Büchern des britischen Philologen und Schriftstellers J.R.R. Tolkien entwickelt, der auch „Herr der Ringe“ verfasst hat, erzählt die Künstlerin. Nach der sogenannten „Republikflucht“ im Jahr 1958 habe sie „nach schwierigem, aber geglücktem Übergang den Sprung in das hiesige Schulsystem geschafft“.

Manche ihrer mythisch angehauchten Bilder scheinen geprägt von einem geradezu monumentalen Realismus, wobei die Acrylfarben oft in Grau-Schwarz gewählt sind. Etliche Motive stammen aus Schleswig und der näheren Umgebung, etwa die drei Bilder von der Löwengruppe, die sich im steinernen Original außen hinter der Kanonikersakristei des Domes findet. Oder: Da ist die Hainbuche auf dem Weg nach Haithabu mit ihrem Wurzelwerk zu sehen, vor der Spaziergänger immer wieder staunend stehen bleiben. Dieser Baum „hat schon von Natur aus einen mythischen Touch“, stellt die Malerin fest.

Die Ausstellung wird heute um 19 Uhr im Foyer des Helios-Klinikums eröffnet und dauert bis zum 20. November.

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