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Zwei große Übungen : „Raubkatzen“ treffen sich in Jagel

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Taktisches Luftwaffengeschwader 51 richtet in diesem Jahr gleich zwei internationale Großübungen aus. Beim Nato Tiger Meet im Juni werden täglich 65 Flugzeuge je zweimal starten und landen.

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erstellt am 25.Jan.2014 | 07:45 Uhr

Seine Versetzung ist eigentlich überfällig. Seit Dezember 2010 steht Oberst Hans-Jürgen Knittlmeier an der Spitze des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 „Immelmann“. Normalerweise wechseln Offiziere im Generalstab alle drei Jahre den Dienstposten, um den nächsten Schritt auf der Karriereleiter zu machen. Doch Kommodore Knittlmeier will unbedingt noch bis zum Sommer als Chef in Kropp und Jagel bleiben, denn sein Geschwader hat in diesem Jahr viel vor: Die „Immelmänner“ richten gleich zwei internationale Großübungen aus. Damit wird es im Kreisgebiet laut am Himmel.

Vom 12. bis 24. Mai nehmen zunächst 25 Jets anderer Nato-Mitgliedstaaten sowie Eurofighter und Tornados der deutschen Luftwaffe an dem Manöver „Jawtex“ teil. Noch mehr Betrieb wird in der Region herrschen, wenn sich Mitte Juni für knapp zwei Wochen 65 Maschinen aus 18 Nationen zum „Nato Tiger Meet“ treffen. „Tiger Meet“ bedeutet, dass nur Staffeln teilnehmen dürfen, die eine Raubkatze in ihrem Wappen tragen. Die „Immelmänner“ etwa schmücken sich mit einem Panther-Kopf. Jede Staffel wird ein bunt bemaltes Flugzeug dabei haben. Der schönste Jet wird prämiert.

Aber das „Tiger Meet“ ist weit mehr als eine Spielerei. „Die Idee, die einst aus einem Spaß entstand, hat sich zur wichtigsten taktischen Luftübung im europäischen Raum entwickelt“, erklärte Knittlmeier gestern in einem Pressegespräch in der Kropper Kai-Uwe-von-Hassel-Kaserne. Letztmals richtete das hiesige Geschwader vor zehn Jahren das Treffen der fliegenden Raubkatzen aus. „Es wird auf jeden Fall mehr Fluglärm geben“, erklärte Knittlmeier. Die 65 Flugzeuge würden je zweimal am Tag in Wellen starten und landen. Nachts seien aber keine Flüge geplant, versprach er. Die simulierten Luftkämpfe seien vorwiegend über der Ostsee und Mecklenburg-Vorpommern vorgesehen, so Knittlmeier weiter.

Das „Tiger Meet“ bedeutet eine ähnlich große logistische Herausforderung wie im vergangenen Jahr bei der Übung „Forceval“. Bis zu 1100 auswärtige Soldaten werden am Standort erwartet. Der Großteil von ihnen wird in einem eigens dafür zu errichtenden Containerdorf in der Kropper Kaserne wohnen. 200 Soldaten sollen in Hotels untergebracht werden, so dass auch das heimische Gastgewerbe von dem militärischen Spektakel profitieren wird.

Derweil bekommen die Jageler Tornado-Jets Schritt für Schritt neue, digitalisierte Cockpits verpasst. Eine moderne Datenverbindung soll die Kommunikation mit anderen Nato-Kampfflugzeugen sowie Bodenstationen vernetzen. Am Ende sollen 25 Tornados im Geschwader entsprechend umgerüstet und „für die nächsten 20 Jahre einsatzbereit sein“, wie Knittlmeier sagte.

Seit Donnerstag heben übrigens wieder Maschinen vom Fliegerhorst Jagel ab. Zwar ist der Softwarefehler in der Funkanlage des Towers (wir berichteten) noch immer nicht behoben. Doch inzwischen regelt ein herangeschaffter mobiler Tower im Zusammenspiel mit der Radaranlage in Hohn den Flugbetrieb.

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