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Schleswig : Ratsmehrheit fürs Theater auf dem Hesterberg steht

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

SPD, CDU und SSW stimmen voraussichtlich für das Millionenprojekt. Grüne, FDP und Wählergemeinschaften sind dagegen.

von
erstellt am 11.Dez.2013 | 07:45 Uhr

Hinter den Kulissen ging es hoch her in den vergangenen Tagen. Jetzt scheinen die Befürworter des Theater-Neubaus auf dem Hesterberg am Ziel zu sein. Auf der Ratssitzung am kommenden Montag (15 Uhr im Ständesaal des Rathauses) wollen SPD und CDU für das Vorhaben stimmen. Damit steht die Ratsmehrheit. Die Mitglieder der Grünen-Fraktion wollen ebenso mit Nein stimmen wie die Vertreter der FDP und der Wählergemeinschaften FWS und BfB. Ob auch der SSW zustimmen wird, entscheidet sich auf einer Fraktionssitzung heute Abend. Dort wird der Vorsitzende Otmar Petersen für ein Ja werben: „Ein Nein wäre das Worst-Case-Szenario“, meint er. „Ohne Theater wären wir ein bedeutungsloses Provinznest.“

Am eindeutigsten fällt die Zustimmung bei der SPD aus. „Wir sehen keine Alternative zum Neubau auf dem Hesterberg. Dort könnten möglicherweise auch andere Kultureinrichtungen der Stadt ein neues Zuhause finden“, meint Fraktionschef Stephan Dose. Wollte man das einsturzgefährdete alte Stadttheater am Lollfuß sanieren, wäre das zwar insgesamt etwas kostengünstiger, so Dose. Die Stadt würde dafür aber keinerlei Zuschüsse erhalten und müsste somit wesentlich mehr zahlen als den jetzt vorgesehenen Eigenanteil von fünf Millionen Euro.

Die CDU möchte in der Ratsversammlung eine „Kostenbremse“ beantragen. Damit sollen Verwaltung und Architekten verpflichtet werden, die vorhergesagte Bausumme nicht zu überschreiten. Fraktionschef Holger Ley räumt ein, dass dies keine hundertprozentige Garantie gegen unvorhergesehene Mehrkosten ist. Er hofft auf eine „psychologische Wirkung“ und darauf, dass der Bürgermeister bei eventuellen Nachforderungen nicht so leicht nachgeben wird.

Für FDP-Ratsherr Jürgen Wenzel sind schon die veranschlagten fünf Millionen Euro „jenseits jeder haushaltspolitischen Vernunft“. Hesterberg-Gegner Ingo Harder (BfB) hat noch immer die Hoffnung, den Standort Lollfuß zu retten. FWS-Ratsherr Arne Olaf Jöhnk hat ein Stimmungsbild unter den Mitgliedern seiner Wählergemeinschaft eingeholt. Das Ergebnis fiel eindeutig gegen die Hesterberg-Pläne aus.

Für das Nein der Grünen gebe es „vielschichtige Gründe“, sagt der Fraktionsvorsitzende Johannes Thaysen. Er vermisst ein „nachhaltiges Nutzungskonzept“ und bezweifelt, dass das Theatergebäude tatsächlich so multifunktional sein wird, wie die Befürworter es darstellen.

Rathaus-Fachbereichsleiterin Dr. Julia Pfannkuch hatte die Fraktionsspitzen am Wochenende zu einem Geheimtreffen gebeten, um sie noch einmal einzuschwören. Mit dabei waren auch Landestheater-Generalintendant Peter Grisebach und Guido Wendt, der kaufmännische Vorstand der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen, dem Eigentümer des Hesterberg-Geländes. Hier ging es unter anderem um die Pacht von jährlich 50 000 Euro, die die Museen für das Grundstück künftig erhalten sollen. Von dieser Forderung waren die Ratsmitglieder vor kurzem überrascht worden. Bislang war man davon ausgegangen, das Gelände kostenlos überlassen zu bekommen. Aus den nichtöffentlichen Vertragsverhandlungen ist nach außen gedrungen, dass die Konditionen für die Stadt nun etwas günstiger gestaltet werden sollen.

 

 

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