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Lornsenschule schleswig : Rätselraten um den Mörder

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Theater-AG feiert erfolgreiche Premiere des Kriminalstücks „Die Mausefalle“ von Agatha Christie.

Die Grippewelle machte auch vor dem Ensemble der Theater-AG der Lornsenschule nicht Halt. Die Premiere des Stücks „Die Mausefalle“ von Agatha Christie in der Schulaula konnten einige Schüler nur „gedopt“ über die Bühne bringen, erklärte Lehrerin Britta Einsle. „Zudem wurde eine zweite Souffleuse notwendig“, ergänzte sie. Dass hier und da etwas zugeflüstert werden musste, war daher nur zu verständlich.

In schauspielerischer Hinsicht gaben sich die jungen Darsteller vor den gut 100 Premierengästen dagegen keine Blöße. Sie verpassten dem Kriminalstück, das mit dem Mord an einer Frau in London beginnt und in der eingeschneiten Pension „Monkswell Manor“ eine tödliche Fortsetzung findet, eigene Nuancen – durch humorvolle Einlagen und das Überzeichnen der Charaktere.

Während die Besitzer der Pension, die von Theresa Thomsen naiv und sprunghaft dargestellte Mollie Ralston und ihr Ehemann Giles, den Ole Riebesell gekonnt als perfekten Hausmann und Göttergatten in Szene setzte, wie vorbildliche Durchschnittsbürger daherkamen, belebten ihre fünf Pensionsgäste die Geschichte. Da war die von Freya Carius gespielte Chris Wren, die überdreht, fast schon manisch und euphorisch wie auf Drogen agierte. Ein Beispiel: Als sie vom Mord erfuhr, rief sie begeistert: „Ich liebe Morde!“ Um danach in ein hysterisches Lachen zu verfallen. Im Zusammenspiel mit Ole Riebesell sorgte sie zudem für Humor: Als sie den Hausherrn fragte, ob er Eier für Omelett hätte, antwortete er betont doppeldeutig: „Oh ja.“ Da lachte das Publikum.

Neben Rouge und Puder war Lachen auch das Markenzeichen von Mr. Paravicini alias Lena Pöschel. Fies, überlegen oder penetrant, die Darstellerin wurde nicht müde, jedem Lachen eine neue Facette zu verleihen. Der geheimnisvolle Gast, der behauptete, mit dem Auto verunglückt zu sein, machte sich einen Spaß daraus, andere zu seinem eigenen Amüsement zu schockieren. So sagte er zu Mollie Ralston: „Ich könnte ein Räuber sein, ein Dieb, sogar ein Mörder. Was wissen Sie schon von mir?“ Und als bekannt wurde, dass beim Londoner Mordopfer ein Zettel mit der Adresse der Pension und dem Zusatz „die drei blinden Mäuschen“ lag – was zugleich ein Liedtitel ist – spielte Mr. Paravinci diesen Song fortan als „Erkennungsmelodie des Mörders“.

Das erste Mäuschen war tot – weitere potentielle Opfer und somit auch der Täter wurden in der Pension vermutet. Daher kam Sergeant Trotter, den Erik Meiners selbstbewusst und authentisch verkörperte, auf Skiern vorgefahren. Weitere mögliche Mörder oder Opfer waren der ruhige Major Metcalf (Tim Kessel), die zugeknöpfte Leslie Casewell, der Marie Hoppe sehr passend einen verkniffenen Gesichtsausdruck verpasste, sowie die ältere Mrs. Boyle, die Janna Winterscheidt wunderbar eingebildet spielte. Für einige dieser Personen wurde die Pension zur besagten „Mausefalle“.

Während Winston Churchill nach dem ersten Akt gewusst haben will, wer der Mörder – oder die Mörderin – gewesen ist, tappten viele Schleswiger da noch im Dunkeln. Um niemandem den Ratespaß zu nehmen, wurden sie nach der Auflösung aufgefordert, diese niemandem zu erzählen. Zudem erklärte Erik Meiners, warum Eintritt genommen wurde: „Wir mussten für die Rechte des Stückes einiges bezahlen.“ Der Text kostete 80 Euro, für jeden Auftritt werden 100 Euro fällig. Hinzu kommen Kosten für die Kulisse und die Kostüme. „Wir haben kein Budget, müssen uns das Geld selbst erarbeiten“, erklärte AG-Leiterin Britta Einsle. Bisher sei das immer über Spenden gelaufen, „aber jetzt haben wir das erste Mal Eintritt genommen. Das hat ein paar Leute befremdet“.

Weitere Vorstellungen gibt es am Mittwoch, 11. März, sowie am Freitag, 13. März, jeweils um 19.30 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene 5 Euro und für Schüler 3 Euro.





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