Von Husum nach Eckernförde : Radrennen – mit und ohne Handicap

Freuen sich auf das „Race across Schleswig-Holstein“: (v.l.) Hendrik Wohlgehagen, André Schröder, Katja Herber, Uwe Wegner, Marion Buhk, Hans-Jürgen Reese und Bernhard Arp.
Freuen sich auf das „Race across Schleswig-Holstein“: (v.l.) Hendrik Wohlgehagen, André Schröder, Katja Herber, Uwe Wegner, Marion Buhk, Hans-Jürgen Reese und Bernhard Arp.

Die Schleswiger Werkstätten beteiligen sich im September an einem Sportevent der etwas anderen Art. Anmeldungen sind noch möglich.

shz.de von
25. Juli 2015, 07:08 Uhr

„Am liebsten würde ich selbst mitfahren, aber am Tag des Rennens sind einfach zu viele Dinge zu erledigen“, erzählt Katja Herber. Die Sportkoordinatorin, die seit Anfang des Jahres bei den Schleswiger Werkstätten arbeitet, spricht von einem ganz besonderen Wettkampf, der am 5. September in Husum starten wird. Das „Race across Schleswig-Holstein“ ist ein Radrennen, das von gemischten Zweier-Teams bestritten wird – von Menschen mit und ohne Handicap: Dieses Radrennen quer durch Schleswig-Holstein findet in diesem Jahr zum dritten Mal statt. „Und wir möchten gerne mehr Menschen dafür gewinnen“, sagt die Sportkoordinatorin. Die Idee, ein Radrennen für Menschen mit und ohne Behinderung auszurichten, hatte die Radsportgemeinschaft Nortorf bereits vor drei Jahren. Mit der Installation einer Sportkoordinatorin bei den Schleswiger Werkstätten lag es nah, die Veranstaltung größer werden zu lassen: „Nun organisieren Bernd Schmidt, der erste Vorsitzende des Radsportvereins, und ich gemeinsam das Event und hoffen, dass es wächst und sich viele Teams anmelden“, ergänzt sie. Bisher sind 35 Teams aus Schleswig, Bad Oldesloe, Kappeln und Norderstedt gemeldet. Da sei nach oben noch viel Luft, denn 100 Paare können locker an den Start gehen, so Herber.

Los geht es um 10 Uhr an der Husumer Hafenspitze. Auf der Strecke gibt es drei Möglichkeiten eine Pause einzulegen, nämlich in Hollingstedt, Schuby und Schleswig. Nach rund 70 Kilometern haben die Fahrer das Ziel Eckernförde erreicht. Erlaubt sind übrigens alle verkehrssicheren Räder. Der Fahrdienst der Schleswiger Werkstätten übernimmt den Shuttleservice und stellt die Begleitfahrzeuge für das Rennen zur Verfügung.

Neben dem sportlichen Ehrgeiz steht bei der Veranstaltung die Inklusion im Vordergrund: „Sport ist ein wunderbares Mittel, um soziale Kontakte aufzubauen und auszuweiten. Man lernt im Team zu fahren und dabei aufeinander einzugehen – das gilt für Fahrer mit und ohne Handicap gleichermaßen“, sagt Katja Herber. Der sportliche Erfolg, dass spüre sie tagtäglich, helfe den Menschen mit Behinderung, ihre Grenzen besser einzuschätzen und Selbstvertrauen aufzubauen. Wenn es dann gelingt, diesen Erfolg auch mit in den Alltag zu nehmen, ist schon ganz viel erreicht: „Beim Training kommt man sich nah, Vertrauen wird aufgebaut.“

Solche Events brauchen immer auch Unterstützer. Der Sportbereich der Schleswiger Werkstätten hat in Richard Petersen so einen Unterstützer gefunden: „Er hat zum Beispiel unsere Trikots gesponsert. Viel wichtiger ist aber, dass er teilnimmt, uns bei Sportveranstaltungen besucht und sich mit uns über Erfolge freut. Das ist toll und unseren Athleten zeigt es ein großes Stück Wertschätzung“, betont sie.

Bis zum 24. August können sich gemischte Teams bei Katja Herber (katja.herber@schleswiger-werkstaetten.de) anmelden - damit zum Startschuss zum Race across Schleswig-Holstein möglichst viele gemischte Zweiter-Teams in die Pedale treten.

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