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HElios-Klinikum : Psychiatrie bleibt auf dem Hesterberg

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Krankenhaus-Konzern begräbt Umzugspläne zum Stadtfeld. Zentralklinik der Kinder- und Jugendpsychiatrie wird abgerissen und neu gebaut.

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erstellt am 15.Apr.2014 | 07:45 Uhr

Kehrtwende für die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Schleswig: Die bisherigen Umzugspläne sind passé. So soll die Einrichtung des Helios-Klinikums nun doch nicht, wie seit Anfang 2010 beabsichtigt, auf das Stadtfeld verlagert werden. Vielmehr bleibt sie dort, wo sie seit 1872 ist: auf dem Hesterberg. Das bestätigt Geschäftsführer Florian Friedel auf SN-Nachfrage.

Der Psychiatrie-Standort Hesterberg erfährt eine Aufwertung. So wird das aus den 70er Jahren stammende Zentralklinik-Gebäude an der Friedrich-Ebert-Straße 5 bald für den Abriss freigegeben. Stattdessen ist ein Neubau in unmittelbarer Nähe auf dem Areal geplant. In den kommenden Tagen will Friedel die Abriss- und Neubaupläne mit dem Sozialministerium in Kiel abstimmen, kündigt er gegenüber den SN an.

Auf dem elf Hektar großen Psychiatrie-Gelände befinden sich neben der Schule Hesterberg, die unter der Trägerschaft des Landes fungiert, weitere Gebäude. Sie alle gehören zum Bestand der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Einige von ihnen haben seit Jahren ausgedient, stehen jedoch unter Denkmalschutz. Was mit den unbewohnten Häusern passieren soll, sei noch nicht in jedem Einzelfall entschieden, erklärt Friedel. Dazu zählen auch Häuser, mit denen ehemalige Patienten aus der Zeit der 1950er und 60er Jahre traurige Erinnerungen verbinden, weil sie dort als Kinder unter teilweise unwürdigen Bedingungen leben mussten, wie kürzlich bekannt geworden war. Der Helios-Konzern will einige dieser Häuser entweder sanieren und vermieten oder auch gänzlich verkaufen.

Von der Vorstellung, alle psychiatrischen Einrichtungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf dem Stadtfeld neben dem neuen Schleswiger Akut-Krankenhaus zu konzentrieren, hat das Helios-Klinikum mittlerweile Abschied genommen. Dies hängt auch mit Kosten zusammen, heißt es. Denn es wäre teurer geworden, entsprechende Altbauten auf dem Stadtfeld für die Zwecke der Kinder- und Jugendpsychiatrie herzurichten als auf dem Hesterberg-Areal neu zu bauen und zu sanieren.

Die Kinder- und Jugendpsychiatrie auf dem Hesterberg gehört zu den größten Einrichtungen in Deutschland. Als führend im Lande etwa gilt sie auf dem Gebiet der Suchtmedizin, betont Pflegedienstleiter Michael Lang. „Unsere Institutsambulanz ist jährlich Anlaufpunkt für mehr als 14 000 junge Menschen“, betont Lang. Zu den Behandlungsfeldern gehören Angst- und Zwangserkrankungen, Essstörungen oder depressive Verstimmungen. Behandelt werden zudem Kinder mit emotionalen Verhaltens- und Entwicklungsstörungen sowie mit psychischen Problemen.

In einem der Gebäude werden Jugendliche mit Entwicklungskrisen in einer Gruppentherapeutischen Station behandelt. Dieses Gebäude soll weiter genutzt werden, ebenso Häuser, die in den 1980er Jahren entstanden sind, betont Lang. So auch die Tagesklinik „Baumhaus“, in der stets zehn Betten belegt sind. Kinder werden dort familientherapeutisch behandelt. Eine Dependance dazu gibt es in Husum, wo ebenfalls zehn Betten zur Verfügung stehen.

In einem Therapiegebäude (neben dem Blockheizkraftwerk auf dem Hesterberg) werden Ergo- und Kunsttherapie, Logopädie sowie Musiktherapie angeboten. In demselben Haus befindet sich auch das Kinder-Restaurant der Psychiatrie unter dem klangvollen Namen „Pinocchio“.

 

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