Investitionen von 14 Millionen Euro : Psychiatrie baut an ihrer Zukunft

Die neue Zentralklinik entsteht im südwestlichen Zipfel des rund elf Hektar großen Klinikgeländes auf dem Hesterberg. Fotos: Windmann
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Die neue Zentralklinik entsteht im südwestlichen Zipfel des rund elf Hektar großen Klinikgeländes auf dem Hesterberg. Fotos: Windmann

Der Neubau der Klinik auf dem Hesterberg nimmt Formen an. Zudem entsteht die landesweit erste Eltern-Kind-Station.

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15. August 2018, 07:00 Uhr

Seitdem Helios Anfang des Jahres zur Grundsteinlegung der neuen Zentralklinik für die Kinder- und Jugendpsychiatrie eingeladen hat, ist einiges passiert auf dem Hesterberg. Inzwischen ist längst das Dach drauf auf dem zweieinhalbstöckigen Gebäude, das künftig der zentrale Anlaufpunkt auf dem riesigen Gelände sein wird. „Wir sind auf einem guten Weg, bislang gab es keinerlei Verzögerungen beim Bau“, sagte Helios-Geschäftsführer John Friedrich Näthke gestern bei einer offiziellen Begehung der Großbaustelle.

Insgesamt rund 14 Millionen Euro werden in den Bau der Zentralklinik sowie in einen Erweiterungsbau für eine Eltern-Kind-Station und einen Anbau an das Werktherapie-Gebäude investiert. 9,76 Millionen schießt das Land in Form von Fördermitteln dazu, den Rest übernimmt Helios. „Dass wir zwei so bedeutende Projekte innerhalb von so kurzer Zeit realisieren können, ist schon enorm. Es macht Spaß dabei zuzusehen, was hier entsteht. Diese Gebäude werden Schleswig auf Jahre hinaus prägen“, meinte Näthke auch mit Blick auf das neue Krankenhaus an der St.-Jürgener-Straße, das erst Mitte 2016 eingeweiht worden war.

Der Neubau auf dem Hesterberg wird auf rund 3600 Quadratmetern künftig sechs Stationen mit Platz für jeweils zehn Patienten beherbergen. Dazu kommen Intensivräume, Aufenthaltsbereiche, Küchen sowohl für Patienten als auch für Angestellte, Schulungs- und Mehrzweckräume sowie großzügige Außenbereiche. Ebenso gibt es einen großen Begegnungsraum, den Pflegedirektor Michael Lang liebevoll „das Jugendzentrum“ nennt. „Unsere Patienten kommen meistens nicht freiwillig zu uns, umso wichtiger ist es, dass die Atmosphäre hier so angenehm wie möglich ist“, betonte er.

Das indes ist in der alten Zentralklinik an der Friedrich-Ebert-Straße schon lange nicht mehr der Fall. Bis das neue Haupthaus den Betrieb aufnimmt, wird das alte noch genutzt. Dann aber sind die letzten Tage für den 70er-Jahre-Betonbau gezählt. „Das Haus wird wahrscheinlich abgerissen“, erklärte Näthke, der gleichzeitig von konkreten Gesprächen mit Interessenten für das Grundstück sprach.

Neben dem neuen Hauptgebäude entstehen zurzeit zwei Anbauten. Einerseits wird das Werktherapie-Gebäude erweitert. Künftig sind dort dann die ambulanten, diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen in einem Gebäude untergebracht. Zudem wird in eine neue Eltern-Kind-Station (sieben Zimmer) investiert. „Das gibt es landesweit bislang in keiner Psychiatrie. Dabei ist der Bedarf groß“, erklärte Chefarzt Martin Jung. Denn gerade bei Kindern im Vorschulalter sei es wichtig, die Eltern in die Therapie einzubeziehen. „Wir versprechen uns von dieser Station viele neue Möglichkeiten“, so Jung.

Alle drei Neubauten auf dem Hesterberg sollen bis Mitte 2019 bezogen werden.

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