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Anti-Drohnen-Tag : Protest-Drachen über den Königswiesen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Mitglieder der Linkspartei lassen in Schleswig Drachen steigen. Sie protestieren gegen mögliche Pläne der Bundeswehr, in Jagel Kampfdrohnen zu stationieren.

shz.de von
erstellt am 06.Okt.2014 | 07:45 Uhr

Mitglieder der Linkspartei waren am Sonnabend bis aus Kiel und Lübeck angereist, um auf den Schleswiger Königswiesen ihre besonderen Botschafter in die Luft steigen zu lassen. Dass sie sich für die Aktion „Drachen statt Drohnen“ am bundesweiten Antidrohnentag den Stadtpark an der Schlei ausgesucht haben, war dabei kein Zufall. Während seine Parteigenossen 15 Drachen steigen ließen, erklärte Landessprecher Jens Schulz, man habe Schleswig gewählt, weil schon jetzt Soldaten aus dem nahen Jagel in Afghanistan Drohnen steuern. Die seien zwar – noch – keine Kampfdrohnen, jedoch sollten schon Ende dieses Jahres mit Bomben und Raketen bestückte Drohnen zum Bestandteil des Bundeswehrarsenals gehören – möglicherweise mit Standort Jagel. „Wir lehnen diese Drohnen als völlige Entgrenzung der Kriegsführung ab. Das bringt uns in die Nähe von Computerspielen, wo das Töten von Menschen im Knopfdruckverfahren abläuft“, kritisierte Schulz. Die bisher vor allem von den USA eingesetzten Drohnen hätten in Ländern wie dem Jemen oder Somalia zu 2000 Todesopfern geführt, ergänzte der Linken-Kreisvorsitzende Reiner Gombert. Und im CIA-Drohnenkrieg gegen Al Kaida in Pakistan wurden nach Angaben des Londoner „Bureau of Investigative Journalism“ bis zu 3577 Menschen getötet, darunter zwischen 411 und 884 Zivilisten. Drohnen dienten als „völkerrechtswidriges Mittel des prinzipiell beliebigen Tötens“, heißt es in einem Infoblatt, das die Parteimitglieder an interessierte Spaziergänger verteilten.

Generell sei man nicht nur gegen Kampfdrohnen, sondern zudem gegen Waffenlieferungen jedweder Art, „schließlich weiß man nie, wo sie am Ende landen“, so Gombert.

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