„Volksinitiative Gottesbezug“ : Prominente Unterstützung

Bischof Gothart Magaard (Mitte) trug sich im Beisein seiner Mitstreiter in die Liste der „Volksinitiative Gottesbezug“ ein. An seiner Seite unter anderem Celebi Kilicikesen (4.v.r.), Vorsitzender des türkisch-islamischen Kulturvereins, und der dänische Pastor Bo Nicolaisen (4.v.l.).
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Bischof Gothart Magaard (Mitte) trug sich im Beisein seiner Mitstreiter in die Liste der „Volksinitiative Gottesbezug“ ein. An seiner Seite unter anderem Celebi Kilicikesen (4.v.r.), Vorsitzender des türkisch-islamischen Kulturvereins, und der dänische Pastor Bo Nicolaisen (4.v.l.).

Bischof Gothart Magaard suchte gemeinsam mit Vertretern der muslimischen und der dänischen Gemeinde das Gespräch mit den Bürgern.

shz.de von
26. Mai 2015, 12:19 Uhr

Bischof Gothart Magaard hatte gerufen – und zahlreiche Unterstützer folgten ihm. Am Sonnabendvormittag suchten Vertreter der unterschiedlichsten Religionsgemeinschaften auf dem Capitolplatz das Gespräch mit den Schleswiger Bürgern und Pfingstgästen, um für die Unterschriftensammlung der „Volksinitiative Gottesbezug“ zu werben. Im Herbst 2014 hatte der Kieler Landtag eine Reform der Landesverfassung beschlossen, in der die Präambel explizit keinen Gottesbezug enthält. Die Volksinitiative, der auch prominente Schleswig-Holsteiner wie der frühere Ministerpräsident Peter Harry Carstensen angehören, möchte durch das Sammeln von mindestens 20  000 gültigen Stimmen bewirken, dass sich der Landtag erneut mit dem Thema beschäftigen muss.

In Schleswig initiierte nun Bischof Magaard die Unterschriftenaktion. „Ich finde es besonders schön, dass wir hier gemeinsam stehen mit Vertretern der muslimischen und auch der dänischen Gemeinde. Es geht nicht um das Glaubensbekenntnis zu einem bestimmten Gott. Vielmehr sind wir dafür, den Gottesbezug in die Präambel aufzunehmen, um damit deutlich zu machen, nicht der Mensch ist das Maß aller Dinge. Es gibt eine höhere Instanz.“

Magaard selbst hatte noch auf eine passende Gelegenheit gewartet, um mit seiner eigenen Unterschrift zu dem Volksentscheid beizutragen, und tat dies nun am Sonnabend im Beisein seiner Unterstützer. Auch Uta Fölster, Präsidentin des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichtes mit Sitz in Schleswig, stand als Ansprechpartnerin zur Verfügung: „Ich entscheide im Gericht nach bestem Wissen und Gewissen, so wahr mir Gott helfe“, betonte Fölster. „Ich bin aber sicher, dass mein Wissen und Gewissen nicht der absolute Maßstab sein kann, und es einen Gott gibt, der mir bei der Entscheidungsfindung hilft.“ Sie konnte von einer überwiegend positiven Resonanz auf das offensive Gesprächsangebot berichten. Besonders amüsant sei aber die Reaktion eines Passanten gewesen: „Auf meine Frage, ob ich ihn kurz ansprechen könne zum Thema ,Gott in der Verfassung’, antwortete er abwinkend: ,Um Gottes willen!’“ Auch der dänische Pastor Bo Nicolaisen, der, wie er behauptete, seine Landsmänner auf 50 Meter ausmachen kann, war zufrieden. „Die Dänen können diese Unterschriftenaktion zwar nicht unterstützen, aber einige Male haben ihre deutschen Lebenspartner sich an der Aktion beteiligt.“

Diskussionen zum Gottesbezug in der Verfassung blieben weitestgehend aus. Wer die Auffassung der Initiative nicht teilte, ging in der Regel einfach weiter. „Das ist selbstverständlich zu akzeptieren“, sagte Pastor Michael Dübbers von der Domgemeinde. Häufiger war es aber so, dass Passanten zunächst die Informationsbroschüre mitnahmen und anschließend zurückkehrten, um sich in die ausliegenden Listen einzutragen.

Über 100 Unterschriften kamen an diesem Vormittag zusammen. „Im Schleswiger Dom liegt aber noch einige Wochen eine Liste aus“, so Bischof Magaard. Die notwendigen 20  000 Unterschriften, davon geht die Volksinitiative aus, werden mit Sicherheit erreicht werden. Es laufen im gesamten Bundesland parallel ähnliche Aktionen. Sollte der Landtag dann tatsächlich seine damalige Entscheidung überdenken, wird über die genaue Formulierung des Gottesbezuges in der Präambel zu verhandeln sein.
> Siehe auch Beitrag Seite 2.

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